Nutzung ab 2017 offen

Dem Uhlhof droht Leerstand

Noch residiert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Uhlhof. Der Umzug nach Bonn ist längst beschlossen. FOTO

Noch residiert die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Uhlhof. Der Umzug nach Bonn ist längst beschlossen.

BAD HONNEF. Alle Appelle halfen nichts: Vor gut einem Jahr teilte die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit, dass sie ihr Weiterbildungszentrum von Bad Honnef unumstößlich nach Bonn verlegen wird.

Zwölf Monate später ist die Antwort auf die Frage, was nach dem Auszug der Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) kommen mag, offenbar noch völlig offen. Damit rückt ein weiterer Leerstand in Bad Honnef immer näher. "Voraussichtlich wird die AIZ im Frühjahr 2017 nach Bonn-Röttgen ziehen", teilte eine Sprecherin der GIZ auf Anfrage des General-Anzeigers mit.

Wie mehrfach berichtet, hat die GIZ schon Ende 2013 die ehemalige Andreas-Hermes-Akademie in Bonn-Röttgen gekauft. Bis zu 28 Millionen Euro, so hieß es im Frühjahr 2014 zum Umzugsbeschluss, lässt sich das Bundesunternehmen Kauf und Umbau der ehemaligen Einrichtung des Deutschen Bauernverbandes kosten.

Alle Appelle für einen Verbleib der AIZ im Uhlhof, darunter der seinerzeitigen Bad Honnefer Bürgermeisterin Wally Feiden und ihres Kollegen Karsten Fehr, Verbandsgemeindebürgermeister in Unkel, waren zuvor ungehört verhallt. Ein herber Schlag: Bad Honnef und den Nachbarn im nördlichen Kreis Neuwied geht mit dem GIZ-Wegzug nämlich einiges an "wirtschaftlicher Strahlkraft" verloren, so formulierte es Feiden damals. Konkret fehlen etwa an die 40 000 Übernachtungen jährlich durch Lehrgangsteilnehmer in Bad Honnef und Rheinbreitbach.

Der Uhlhof - der Altbau des prägenden Ensembles am Rhein ist denkmalgeschützt - gehört dem Land Nordrhein-Westfalen. Zuständig ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW. Der wiederum teilte dem GA auf Anfrage mit, dass noch keine Nachfolgeregelung in Sicht sei für den Tag, an dem die AIZ-Mitarbeiter die Tür im Uhlhof hinter sich zumachen. "Die GIZ hat dem BLB gegenüber den avisierten Umzug zur Kenntnis gegeben. Derzeit liegt dem BLB weder eine Kündigung der bestehenden Verträge, noch ein konkretes Auszugsdatum vor. Aktuell prüft der BLB mögliche Nachnutzungsszenarien", sagte Sprecher Frank Buch.

Zugleich sei in den Uhlhof trotz bevorstehenden Umzugs noch investiert worden. Buch: "Der BLB hat insgesamt rund 775 000 Euro in Brandschutzmaßnahmen investiert." Unter anderem seien Türen und Decken erneuert sowie neue Flucht- und Rettungswege geschaffen worden.

Auch an Treppenhäusern im Seminargebäude und der Villa sei einiges geschehen, zudem sei eine neue Feuerwehrzufahrt geschaffen worden. Alle Arbeiten seien in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde der Stadt Bad Honnef geplant und umgesetzt worden. Frank Buch: "Diese Maßnahmen waren notwendig, um den gesetzlichen Vorschriften gerecht zu werden und somit einen weiteren Betrieb der GIZ zu gewährleisten."

Letztere baut laut Angaben der Pressestelle die Immobilien der ehemaligen Andreas-Hermes-Akademie in Bonn-Röttgen aus. Die Räume würden zum Teil modernisiert; die Bautätigkeit habe bereits begonnen. Zudem plane die GIZ auch einen Erweiterungsbau. Wann und wie es mit dem Uhlhof weitergeht, ist damit nicht gesagt. "Vor Kündigung der bestehenden Verträge können keine verbindlichen Aussagen zur Nachnutzung getroffen werden", so Buch abschließend.

Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist durch Fusion der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), des Deutschen Entwicklungsdiensts (DED) und der Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent) entstanden. Die GIZ agiert im Auftrag der Bundesregierung in mehr als 130 Ländern, um deren Ziele für nachhaltige Entwicklung global zu unterstützen.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Bonn und Eschborn. Weltweit hat sie nach eigenen Angaben 16 410 Beschäftigte, 70 Prozent sind nationales Personal vor Ort. Hinzu kommen 785 Entwicklungshelfer.

Auftraggeber sind das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, weitere Bundesressorts und öffentliche und private Auftraggeber im In- und Ausland. Die Akademie (AIZ) ist Weiterbildungszentrum. In jährlich rund 1200 Kursen werden die Teilnehmer auf Einsätze im Ausland vorbereitet. Dazu gehören Sprachkurse, Management- und interkulturelle Trainings.