Bad Honnefer Bahnhof

"Da baut man am Bedarf vorbei"

Für eine Priorisierung des barrierefreien Ausbaus des Bad Honnefer Bahnhofes spricht sich dessen Besitzer Andreas Dietl aus.

Für eine Priorisierung des barrierefreien Ausbaus des Bad Honnefer Bahnhofes spricht sich dessen Besitzer Andreas Dietl aus.

BAD HONNEF. Der barrierefreie Ausbau des Rhöndorfer Bahnhofs ist derzeit in aller Munde. Der Besitzer des Honnefer Bahnhofs macht sich darüber auch Gedanken - und ist dagegen, den Rhöndorfer Bahnhof zuerst zu sanieren.

Der barrierefreie Ausbau des Rhöndorfer Bahnhofs ist derzeit in aller Munde. Die Stadt Bad Honnef ist sogar bereit, notfalls mit Eigenmitteln den Ausbau voranzutreiben, nur damit dort endlich etwas passiert. Andreas Dietl beobachtet diese Diskussion mit großem Interesse. Denn als Besitzer des Bad Honnefer Bahnhofsgebäudes und eines dort ansässigen Taxiunternehmens macht auch er sich Gedanken über das Thema Bahnhofssanierung. Und warnt vor einer einseitigen Betrachtungsweise.

"Es ist an der Zeit, auch einmal die Argumente für einen Ausbau Honnefs und gegen den Rhöndorfs - vor allem aber gegen die Priorisierung Rhöndorfs - zu benennen", findet Dietl, der sich besonders darüber ärgert, dass Bürgermeister Otto Neuhoff betont hatte: "Rhöndorf ist mir wichtiger." Denn es habe, so Dietl, nie eine öffentliche Diskussion zu dem Thema gegeben. Dabei sei der Bahnhof Bad Honnef "zentraler und frequentierter", der barrierefreie Umbau sei technisch bedeutend einfacher und deswegen preiswerter.

Zudem sei er im Gegensatz zu dem in Rhöndorf hochwassersicher - und werde darüber hinaus "von der Deutschen Bahn favorisiert". Auch kann Dietl nicht wirkliche Vorteile in den Plänen entdecken: "Die beabsichtigten Zusatzeffekte durch Zusammenlegung von DB und Stadtbahnlinie 66 dürften gegen null tendieren. Es geht ja um die Verbesserung des Angebots speziell für mobilitätseingeschränkte Personen, für Normalreisende besteht die Verknüpfung ja bereits.

Und die nutzen den Umstieg faktisch nicht, welche Vorteile hätten sie auch davon? Wer steigt schon in Rhöndorf aus, um die Bahnart zu wechseln?", fragt er sich. Die Strecken laufen "ja schließlich parallel". Er hält es für sinnvoller, dass der Stadtbus wieder den Honnefer Bahnhof anfährt, "dann hätte man einen echten Verkehrsknotenpunkt im Zentrum." Zudem weist der Bahnhofseigentümer darauf hin, dass auch in anderen Teilen Bad Honnefs Menschen mit eingeschränkter Mobilität wohnen".

 Großteil der Besucher einer Landesgartenschau würden Bad Honnefer Bahnhof nutzen

Auch diese hätten ein gleiches Anrecht auf einen nahen, barrierefreien Bahnhof. Dietls Fazit: "Baut man Rhöndorf aus, baut man am Bedarf vorbei. Und blockiert Honnef." Nicht zuletzt sieht er den barrierefreien Ausbau des Bad Honnefer Bahnhofs auch in Zusammenhang mit einer möglichen Landesgartenschau in der Stadt. Aus seiner Sicht braucht es "erst gar keine Machbarkeitsstudie, wenn man den Bahnhof nicht mitplant".

Denn er vermutet, dass der Großteil der Besucher einer solchen Landesgartenschau, deren Schwerpunkt ja auf der Insel Grafenwerth liegen soll, den Bad Honnefer Bahnhof, nur wenige Meter von der Inselbrücke entfernt, nutzen würde.

Um die vermutlich angespannte Parkplatzsituation zu entschärfen, "würde der Bundesbahn in diesem Fall sicher eine große Bedeutung zukommen". In seinem jetzigen Zustand aber wäre der Bad Honnefer Bahnhof als Eingangstor zu einer Landesgartenschau denkbar ungeeignet. "Aber wenn ein Aufzug kommt, werden wir ebenfalls investieren", versichert Dietl.

Initiativen für Barrierefreiheit am Bahnhof Rhöndorf

Das Thema "Barrierefreier Ausbau des Bahnhofes Rhöndorf" wird schon lange diskutiert. 2011 schalteten der Bürger- und Ortsverein Rhöndorf, die Sankt-Hubertus-Schützen, der Pfarrgemeinderat Sankt Marien, die Rhöndorfer Feuerwehr und die KG Ziepches Jecke den Petitionsausschuss des Landtags ein.

Ziel war es, der vom Stadtrat mit einer Resolution an die Bahn AG untermauerten Forderung auf barrierefreien Umbau Nachdruck zu verleihen. Flankiert wurde dies von Schülern des Nell-Breuning-Berufskollegs. Eine provisorische Gleisquerung vom bergseitig zum rheinseitig gelegenen Bahnsteig - einzige Möglichkeit für körperbehinderte Schüler, in Rhöndorf Züge Richtung Süden zu erreichen - wurde 2010 aus Sicherheitsgründen entfernt.