Brand in Bad Honnef

Bewohnerin stirbt bei Feuer in Mehrfamilienhaus

Bei einem Brand am Honnefer Kreuz kam für eine Person jede Hilfe zu spät.

12.01.2016 BAD HONNEF. Bei einem Wohnhausbrand in der Straße Am Honnefer Kreuz ist nach Polizeiauskunft am Dienstagmorgen eine Frau ums Leben gekommen. De 38-Jährige wurde im Schlaf von den Flammen überrascht.

Bei einem Wohnhausbrand ist am Morgen in der Straße Am Honnefer Kreuz eine 38 Jahre alte Frau ums Leben gekommen. Das Ergebnis einer rechtsmedizinischen Untersuchung lässt den Schluss zu, dass sie im Schlaf vom Ausbruch des Feuers überrascht wurde. Warum es in dem Gebäudekomplex bereits zum zweiten Mal innerhalb von nicht einmal zwölf Monaten heftig brannte, ist laut Polizei noch unklar.

Wie Marcel Gilbert, Sprecher der gegen 6.20 Uhr alarmierten Feuerwehr, am Unglücksort berichtete, waren die Löscharbeiten für die rund 50 Einsatzkräfte aus Bad Honnef und Königswinter-Altstadt kein leichtes Unterfangen. Nur über einen verwinkelten Hinterhof war der Anbau, in dessen Erdgeschoss das Feuer ausgebrochen war, zu erreichen. Den Löschangriff hätten die Wehrleute deshalb nur von der Straßenseite aus vornehmen können. Den Einsatz einer Drehleiter verhinderte laut Gilbert der geringe Platz in der Stichstraße.

Dennoch sei es der Feuerwehr gelungen, zwei Bewohner, die sich bei Ausbruch des Feuers noch in dem Gebäude befunden hatten, zu retten. Für die 38-jährige Frau, die laut Polizeisprecher Robert Scholten gemeinsam mit einem 36-jährigen Mann in einer Wohnung im ersten Obergeschoss lebte, kam die Hilfe jedoch zu spät. Die Wehrleute konnten sie nur noch tot bergen. Der 36-Jährige wurde offenbar ebenfalls schwer verletzt und musste nach Auskunft Scholtens zur Behandlung in die Unfallklinik Köln-Merheim gebracht werden.

Ein Nachbar sowie ein Feuerwehrmann erlitten ebenfalls leichte Verletzungen. Sie hatten laut Gilbert wohl Rauchgase eingeatmet. Nicht wenigen der Wehrleute dürfte der Einsatz wie ein Déjà-vu vorgekommen sein - denn bereits vor rund einem Jahr, am 3. Februar 2015, war im zur Straße gelegenen Teil des Hauskomplexes ebenfalls morgens ein Feuer ausgebrochen. Ein 49 Jahre alter Mann war damals leicht verletzt worden.

Polizei prüft möglichen Zusammenhang zum Brand im Februar

Wegen des Verdachts der Brandstiftung sowie des versuchten Mordes an dem 53-jährigen Mieter der Brandwohnung ermittelte die Polizei anschließend gegen drei 22, 32 und 47 Jahre alte Hausbewohner. Dabei kristallisierte sich der 22-Jährige als Haupttatverdächtiger heraus. Nachgewiesen werden konnte ihm jedoch nichts. Nach drei Tagen in Untersuchungshaft wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Nach Worten Scholtens prüft die Polizei nun bei ihren Ermittlungen zur Brandursache auch einen möglichen Zusammenhang mit dem damaligen Vorfall - "bislang gibt es dafür aber keine Anhaltspunkte", sagte Scholten dem General-Anzeiger.

Nach einer rechtsmedizinischen Untersuchung der Leiche der 38-Jährigen, die laut Scholten noch am Vormittag erfolgt sei, gingen die Ermittler nicht davon aus, dass mit dem Feuer ein Gewaltverbrechen an der Frau vertuscht werden sollte: "Es ergaben sich keinerlei Anhaltspunkte auf eine mechanische Gewalteinwirkung. Auch Begleituntersuchungen, die parallel durchgeführt wurden, haben damit korrespondiert", so Scholten.

Weitere Erkenntnisse erhofft sich die Polizei von einem Gutachter, der am heutigen Mittwoch den Brandort begehen soll. Den entstandenen Sachschaden an dem Gebäude bezifferte der Polizeisprecher vorerst auf "mehrere zehntausend Euro". (Jens Kleinert)