15 Jahre Bad Honnefer Stadtelternrat

Begleitung von Anfang an

BAD HONNEF. 15 Jahre, das ist in etwa die Zeit, in der Eltern ihre Kinder begleiten von den ersten Schritten im Kindergarten bis zum Schulabschluss oder dem Abschluss einer Ausbildung. 15 Jahre, das ist exakt die Zeit, die auch Eltern begleitet werden: vom Stadtelternrat Bad Honnef.

Ob Kindergarten, ob Kindertagespflege, ob Grund- oder weiterführende Schule, ob Schulwege, ob Inklusion - die Lobby ist Ansprechpartner für alle Fragen, die Eltern auf der Seele liegen, wenn es um das Wichtigste geht: ihre Kinder. Der Geburtstag wird morgen mit einem Kinderfest gefeiert.

15 Jahre sind Anlass für Rückschau und Ausblick, findet auch Annette Hillebrand, seit Ende 2014 Vorsitzende der Elternvertretung. Das Wichtigste zuerst: "Wir leben von den engagierten Eltern", sagt die 46-jährige Mutter einer Tochter. Angebote wie der Informationsabend über weiterführende Schulen mit immer 100 bis 150 Eltern, Vorträge zu Themen wie Schulzeitverkürzung/G 8 und mehr gehören zum festen Portfolio. Aktionen wie der Aufbau der Spielplätze auf Grafenwerth, die bislang größte Spendenaktion, und am Ahornweg machen das Engagement greifbar.

Gegründet wurde der Stadtelternrat als Interessenvertretung aller Eltern vom damaligen Bürgermeister Peter Brassel. Seither seien nicht nur die Themen gewachsen, sondern auch die Vernetzung; zu Letzterem trägt bei, dass das Gremium im Bildungs- und im Jugendhilfeausschuss vertreten ist. Hillebrand und Pressewart Steffen Klinzmann (44): "Wir sind kein politisches Gremium. Wir verstehen uns als Begleitung aller Eltern." Werde ein Thema wie eine Schulwegsituation in Aegidienberg hineingetragen, münde dies stets in gemeinsamen Stellungnahmen.

Information wird groß geschrieben. "Teils gibt es auch Informationsdefizite bei Eltern, etwa, dass es zwar einen Kindergartenanspruch gibt, aber keinen auf einen OGS-Platz", sagt Hillebrand. Als es um die Rückstände bei den Kindergartenbeiträgen ging, habe sich der Elternrat dafür stark gemacht, die Kommunikation Stadt-Eltern zu verbessern. Hillebrand: "Das Versäumnis lag nicht auf Eltern-Seite. Es ist nur fair, auf sie zuzugehen."

Die Zusammenarbeit mit Stadt und Politik sei konstruktiv. Der Elternrat werde nicht nur wahrgenommen, sondern habe auch Gewicht. Präsenz ist da sicher ein Pfund: Eigene Feste oder die Beteiligung an Festen werden genutzt, um auf Schwerpunktthemen aufmerksam zu machen. An solchen mangele es nicht - bei allem Wandel, so Klinzmann. Beispiel Offene Ganztagsschule (OGS): Während die Schulbetreuung vor 15 Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, ist OGS heute eines der großen Themen. Hillebrand: "Und der Anteil der Eltern, die einen Platz brauchen, steigt, aller Demografie zum Trotz."

Problem: Die OGS stößt an ihre Grenzen. Es mangelt an Räumen, und die Stadt hat für Bauten kein Geld. Um Geld - um das Budget der Eltern - geht es auch bei einem anderen Anliegen: der gemeinsamen Satzung von OGS- und Kindergartensatzung samt Geschwisterkindregelung, "möglichst mit Entlastung ab dem zweiten Kind", so Hillebrand. Klinzmann: "Man muss schon die Frage stellen, wie man den Standort attraktiv halten will für Familien, wenn sie zugleich immer stärker belastet werden." Das, was Bad Honnef darum am dringendsten brauche, sei ein "tragfähiges Finanzkonzept". Und "Gestaltungskonzepte", so Hillebrand.

Ein andere wichtiges Thema: die Inklusion. Der Elternrat hat die Inklusion neben OGS, Spielplätzen und Verkehrsfragen zum Schwerpunktthema samt Arbeitsgruppe erhoben. Froh ist man über die Entwicklung in Sachen Gesamtschule. "Das begleiten wir weiter", so Hillebrand. Schließlich stünden neue Fragen an, wenn es an den Bau und Auswirkungen wie einen zeitweisen Umzug der Realschule in die Hauptschule geht. Auch hat der Elternrat Stellung bezogen, als es um die Ausgestaltung der Schule ging, etwa mit konfessionsfreiem Zug oder in Sachen Religions- und Ethikunterricht. Hillebrand: "Wir werden sehen, was sich noch bewegt." Vor allem: "Uns ist besonders wichtig, eine Lösung für alle Honnefer Kinder zu bekommen", so Klinzmann.