Sanierung Bahnhof Rhöndorf

Bahnhof Rhöndorf wird barrierefrei ausgebaut

Rhöndorf. Gute Nachrichten für Bad Honnef: Der Haltepunkt Rhöndorf ist Teil der Modernisierungsoffensive 3 der Bahn und soll 2022 barrierefrei ausgebaut werden.

Rund sechs Jahre sind vergangen, seit Hajo Slawski eine Petition an den Landtag für den barrierefreien Ausbau des Rhöndorfer Bahnhofs mit auf den Weg brachte. Damals war er noch Schüler des vorwiegend von körperbehinderten jungen Menschen besuchten Nell-Breuning-Berufskollegs im Haus Rheinfrieden in Rhöndorf. Getan hat sich bis heute allerdings nichts. Gestern nun die gute Nachricht: Der Rhöndorfer Bahnhof ist Teil der sogenannten Modernisierungsoffensive 3 der Deutsche Bahn AG und soll 2022 barrierefrei ausgebaut werden. Die Planungen sollen laut Nahverkehr Rheinland (NVR) noch in diesem Jahr beginnen. Neben Rhöndorf wurden 14 weitere Bahnhöfe im Rheinland in die Liste aufgenommen, darunter Bonn-Mehlem.

Gestellt hatte die Weichen für die Modernisierung und den Ausbau von insgesamt 34 Bahnhöfen und Haltestellen der Hauptausschuss des NVR auf seiner jüngsten Sitzung. Dabei wurden weitreichende Finanzierungsvereinbarungen beschlossen. Diese Beschlüsse müssen nun noch von der in knapp zwei Wochen tagenden Verbandsversammlung des NVR bestätigt werden, so der NVR am Montag in einer Pressemitteilung.

„Wir sind natürlich höchst zufrieden, dass wir das Glück gehabt haben, dass unsere Bemühungen Früchte tragen“, betonte gestern die Honnefer Wirtschaftsförderin Johanna Högner. Denn bislang waren alle Versuche, einen barrierefreien Ausbau voranzutreiben, gescheitert. Unter anderem hatte die Bahn immer wieder eine zu niedrige Fahrgastfrequenz angeführt. „Neue Zählungen ergaben da jedoch ein anderes Bild“, so Jörg Erich Haselier, CDU-Fraktionsvorsitzender des Ausschusses für Inklusion und Gesundheit beim Rhein-Sieg-Kreis. Der Rhöndorfer hatte sich in seiner Zeit als Vorsitzender des Rhöndorfer Bürger- und Ortsvereins sehr für das Thema eingesetzt. „Dass wir nun in dem Programm sind, ist nicht nur ein Erfolg für Rhöndorf, sondern auch ein Erfolg für die Inklusion“, so Haselier vor allem mit Blick auf das Nell-Breuning-Kolleg. Der eigentliche Umbau lasse zwar noch auf sich warten, „aber nun haben wir wenigstens eine Perspektive“. Das sieht auch Högner so. Dabei hofft sie, dass es vielleicht sogar noch vor 2022 losgehen könnte, schließlich hat die Stadt ihre Hausgaben gemacht.

So liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die sich mit verschiedenen Ausbauvarianten befasst. Diese seien auch bereits mit dem NVR diskutiert worden und man habe sich auf eine Variante geeinigt, die eine gute Kosten-Nutzen-Bilanz aufweise, so die städtische Wirtschaftsförderin. Die Variante soll nun auch Grundlage für die Planausarbeitung sein. Dass diese Planungen etwas länger dauern, dafür hat Högner Verständnis. „Es ist ja eine stark befahrene Strecke, die Baustellenplanung ist in diesem Korridor sehr aufwendig.“

Der NVR wird nach eigenen Angaben für alle Projekte zusammen etwa 40 Millionen Euro für zusätzliche Verbesserungen wie zum Beispiel den barrierefreien Ausbau bereitstellen. Insgesamt würden rund 60 Millionen Euro investiert. Die Bahnhöfe erhielten unter anderem neue Bahnsteige für den niveaugleichen Einstieg in die Fahrzeuge, barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen sowie eine neue Beschilderung und Beleuchtung. NVR-Geschäftsführer Norbert Reinkober: „Es geht darum, dass alle Fahrgäste ein komfortables Angebot nutzen können.“