Unterführung überschwemmt

Bahnhof Bad Honnef wird nach Sperrung wieder angefahren

Siebengebirge. Der Bahnhof Bad Honnef wird nach einer Sperrung wieder regulär angefahern. Das Hochwasser hat die Einsatzkräfte des Siebengebirges und im nördlichen Kreis Neuwied am Wochenende in Atem gehalten.

Die Züge der Deutschen Bahn halten wieder regulär am Bahnhof Bad Honnef. Weil eine Unterführung überschwemmt war, musste der Bahnhof gesperrt werden. Deswegen hielten der Regionalexpress der Linie 8 und die Regionalbahn der Linie 27 seit Sonntagabend nicht in Bad Honnef. Die Bahn richtete Ersatzverkehr ein.

Der Bahnhof in Bad Honnef ist nach Angaben eines Bahnsprechers der einzige in Nordrhein-Westfalen, der wegen des Hochwassers gesperrt werden musste. Das Wasser konnte abgepumpt werden und der Bahnhof ab Montagmittag wieder angefahren werden.

Hochwasser hält Einsatzkräfte in Atem

Das Hochwasser des Rheins hat die Städte und Einsatzkräfte des Siebengebirges und im nördlichen Kreis Neuwied am Wochenende in Atem gehalten. Auch wenn der Pegel am Sonntag noch weiter stieg, gab es erste Anzeichen einer Entwarnung: Am Montag soll die Scheitelwelle erreicht sein, danach soll sich das Wasser langsam zurückziehen.

Da der Pegel am Samstag weiter stieg, hatte die Stadt Königswinter am Vormittag die Feuerwehr beim Bau von Stegen  um Unterstützung gebeten. Zwischen 11 und 16 Uhr waren 50 Kräfte der Feuerwehr vor Ort, um in den gefährdeten rheinnahen Straßen die Erreichbarkeit sicherzustellen. So bauten die Ehrenamtlichen in der Altstadt insgesamt rund 40 Meter Stege in der Kellerstraße, Klotzstraße, Tomberger Straße und Altenberger Gasse auf. In Niederdollendorf lag der Schwerpunkt der Stegebauaktivitäten in der Fährstraße. In den Feuerwehrhäusern Altstadt und Niederdollendorf gaben die Einsatzkräfte zudem Sandsäcke an Betroffene aus.

Am Sonntagmorgen allerdings sah es so aus, als würde nur ein kleiner Teil der Stege wirklich zum Einsatz kommen: die Mehrheit stand noch auf dem Trockenen. Im Dauereinsatz waren hingegen die Pumpen, mit denen das Wasser aus rheinnahen Kellern und Tiefgaragen entfernt wurde.

Große Vorsicht bei den Zuschauern

Was die Einsatzkräfte besonders freute: Während ihre Kollegen in Köln mit „Hochwassertouristen“ zu kämpfen hatten, die teilweise die Arbeiten behinderten, konnten sich die Königswinterer Wehrleute in vielen Fällen über Dankesworte der betroffenen Bürger freuen – und über die eine oder andere heiße Tasse Kaffee oder Tee.

Die meisten Besucher der Altstadt warfen vom Rathausplatz einen Blick auf das Hochwasser – und ließen dabei gerade in Bezug auf den Nachwuchs augenscheinlich große Vorsicht walten. Zumindest ein junger Mann hatte dann auch reichlich Respekt vor den schlammigen Fluten. „Das Schlimmste ist, dass, wenn da einer reinfällt, ihn ein Hai frisst“, ließ er seine amüsierte Mutter wissen, während diese ein Foto von dem Haltestellenschild machte, das gerade noch so aus dem Wasser ragte.

Linie 66 fährt nur bis Oberdollendorf

Der hohe Wasserstand hatte auch dazu geführt, dass die Stadtbahnlinie 66 bereits ab Samstagnachmittag nur noch bis Oberdollendorf fuhr. Ursprünglich hatte man gehofft, den Verkehr bis Clemens-August-Straße noch bis Sonntag aufrecht erhalten zu können. Auch am Montag werden die Fahrgäste in Oberdollendorf noch in Busse umsteigen müssen. Diese fuhren am Sonntag allerdings nur bis zum Bad Honnefer Bahnhof, da auch der Parkplatz an der Endhaltestelle wegen Hochwassers gesperrt werden musste.

Reger Hochwassertourismus herrschte am Sonntagmittag hingegen in Niederdollendorf. Mit Kameras oder Smartphones ausgerüstet schauten sich besonders viele Familien das Naturereignis an. Der südliche Teil der Promenade stand bis an die Hauswände komplett unter Wasser. Am stärksten betroffen war das Weinhaus am Rhein. Gastronom Thomas Rüppel schieb auf Facebook: „Leider fängt das Jahr 2018 nicht gut für uns an.“ Am Samstag habe man das Erdgeschoss komplett leer räumen müssen, weil Väterchen Rhein zu Gast kommen werde. „Es gibt weiß Gott nettere Gäste“, so Rüppel.

Autos bleiben in Unterführung stecken

Der Versuch eines Autofahrers, trotz des Hochwassers die Unterführung „Zum Steinchen“ in Rhöndorf zu passieren, sorgte am frühen Samstagabend für einen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. Beim Passieren der Wasserfläche in der Unterführung versagte der Motor seinen Dienst. Die freiwillige Wehr musste gegen 17.30 Uhr ausrücken und den Fahrer aus seiner misslichen Lage befreien. Mit Muskelkraft brachten die Rhöndorfer Wehrleute das Auto „an Land“. Am Sonntag mussten sie erneut an diese Stelle ausrücken, nachdem eine ältere Dame versucht hatte, mit ihrem Wagen die Unterführung zu durchqueren.

Auf ihren Sonntagsspaziergang auf der Insel Grafenwerth mussten derweil zahlreiche Bad Honnefer verzichten. Beide Brücken auf die Insel, die kleinere Grafenwerther Brücke am Freibad sowie die Hauptbrücke in Höhe der Stadtbahn-Endhaltestelle, sind gesperrt. Schilder weisen auf das Durchgangsverbot wegen des Hochwassers hin, was jedoch nicht jeden Passanten davon abhielt, sich Zutritt zu verschaffen. Mitarbeiter der Stadt waren am Sonntag bereits früh unterwegs, um die Situation im Auge zu behalten und appellierten an die Bürger, sich schon mit Blick auf die eigene Sicherheit an die Sperrungen zu halten.

Freibad wurde hochwasserfest gemacht

Längst hochwasserfest gemacht ist das Freibad auf der Insel Grafenwerth. Technik, die Schaden nehmen könnte, wurde demontiert und gesichert. Einige Rheinanlieger trafen bereits Vorsorge, falls das Wasser noch höher steigen sollte. So wurden an der Unterführung der Karl-Broel-Straße in Rhöndorf bereits Stege aufgebaut, um die rheinzugewandten Häuser auch dann noch zu erreichen, falls die Unterführung zuläuft. Hier und da versahen auch schon Pumpen ihren Dienst – so die in der Gaststätte an der Bahnhaltestelle in Rhöndorf. Sandsäcke wurden bereit gelegt, um den Fluten so gut als möglich Einhalt zu bieten.

Die Stadt Bad Honnef teilte mit, dass neben der Unterführung „Zum Steinchen“ mit der Abfahrt der B 42/Rhöndorf von Norden kommend und den Brücken auf die Insel Grafenwerth auch der Parkplatz an der Insel Grafenwerth (Rheinpromenade/Endhaltestelle der Stadtbahnlinie 66) gesperrt werden muss. Alle Autos müssten entsprechend entfernt werden. Die Rheinpromenade von Bad Honnef bis Königwinter und der Leinpfad seien ebenfalls gesperrt.

Auch im Kreis Neuwied mussten zahlreiche Uferstraßen gesperrt werden, darunter auch die Bundesstraße 42 bei Erpel. Und selbst wenn die Pegel ab Montag wie prognostiziert fallen, wird es noch eine Weile dauern, bis alle Folgeschäden beseitigt sind. „Trotzdem werden die Straßensperrungen weiterhin gelten, da zunächst Aufräum- und Sicherheitsarbeiten erfolgen müssen“, teilte die Stadt Bad Honnef mit.