Drei rote Lichter und zwei Grünpfeile

Bad Honnefer Ampel sorgt für Verwirrung

Kreuzung Bahnhofstraße/Menzenberger Straße/Am Honnefer Kreuz in Bad Honnef.

Kreuzung Bahnhofstraße/Menzenberger Straße/Am Honnefer Kreuz in Bad Honnef.

Bad Honnef. "Rot stehen, grün gehen", haben wir in der Grundschule gelernt. Dass man in Bad Honnef die Verkehrsregeln neu auslegen muss, stellt GA-Volontärin Katharina Weber mit einem Schmunzeln fest.

Links gucken, rechts gucken, links gucken. Anschnallen. Rot stehen, Grün gehen. Von Kindesbeinen an bläuen Eltern ihrem Nachwuchs Verkehrsregeln ein. Im Erwachsenenalter sind sie dann so gefestigt, dass der Links-Rechts-Links-Blick beim Überqueren der Straße reine Selbstverständlichkeit ist. Wer vom Fußgänger zum Autofahrer umsattelt, sollte noch ein paar zusätzliche Regeln beherrschen. Vorfahrt achten und Rechts vor Links zum Beispiel. Oder auch, dass nicht alle Autofahrer Blinker nutzen.

Doch wohl kaum eine Fahrschule bereitet einen auf die Ampeln in Bad Honnef vor. „Rot stehen, Grün gehen“ muss neu definiert werden. Eines nachts verschlägt es eine Autofahrerin aus Bonn nach Bad Honnef, sie fährt auf eine Kreuzung mit drei roten Ampeln zu. „Drei rote Ampeln? Das heißt stehenbleiben“, denkt die Fahrerin. Aber der Teufel steckt im Detail. Fast unbemerkt leuchtet eine vierte Ampel, ein schmaler grüner Pfeil weist geradeaus, ein anderer nach rechts. Verwirrt steigt die Bonnerin auf die Bremse und betrachtet das Bild, das sich ihr bietet. Zwei Pfeile in derselben Ampel? Komplizierte mathematische Gleichungen tun sich vor ihrem geistigen Auge auf.

Gleichfalls verwirrt meldet sich die Beifahrerin zu Wort. Eine Bad Honneferin, übrigens. „Wat soll dä Quatsch?“, fragt sie. „Das wollte ich auch gerade fragen“, sagt die Bonnerin. Schließlich müssen sie akzeptieren, dass Linksabbieger in Bad Honnef mit drei roten Ampeln bedacht werden, während alle anderen Richtungen in einer einzigen zusammengefasst werden. Ein Glück nur, dass mitten in der Nacht sonst niemand unterwegs war.