„Rettet den Stadtgarten“

Bürgerinitiative in Bad Honnef will Bebauung verhindern

Teile des Stadtgartens (rechts hinter dem Löwendenkmal) könnten bebaut werden. Dagegen wendet sich die Initiative.

Teile des Stadtgartens (rechts hinter dem Löwendenkmal) könnten bebaut werden. Dagegen wendet sich die Initiative.

Bad Honnef. Bad Honnef ist grün und soll es auch bleiben: Bürger haben eine Initiative gegründet, um zu verhindern, dass im Zuge der Stadtentwicklung Parkflächen rund um das Löwendenkmal zugebaut werden.

Gerade einmal zwei Monate sind vergangen, seit Heinz Jacobs, Ulrike und Christian Holtkamp, Martina Dorau-Vollmar, Jürgen Goosmann und Detlef Sattler das erste Mal darüber sprachen, was das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek) für den Bad Honnefer Stadtgarten bedeuten könnte. Seitdem hat sich viel getan: Die sechs haben eine Bürgerinitiative gegründet, Flyer erstellt, Schilder entworfen und eine Homepage an den Start gebracht. Das Ziel: Der Stadtgarten soll in seiner Gänze erhalten bleiben und nicht bebaut werden.

3000 neue Einwohner soll Bad Honnef bis 2030 bekommen, dafür muss gebaut werden. Eine der Flächen, die der Isek-Masterplan dafür vorsieht, ist ein Teil des Stadtgartens, jener Park zwischen Seminaris und B 42, in dem heute auch das Löwendenkmal steht. Es sind diese Überlegungen, die die Bürger auf den Plan gerufen haben. Gleich aus mehreren Gründen halten sie eine Bebauung an dieser Stelle für falsch.

Im Stadtgarten leben Fledermaus und Haselmaus

Da sind zum einen ökologische. „Der Stadtgarten ist ein Habitat für Fledermaus und Haselmaus“, so Jacobs. „Für beide gilt strenger Artenschutz.“ Zum anderen stelle der Stadtgarten das zentrale Bindeglied zwischen den beiden innerstädtischen Grünstreifen dar. „Sie absorbieren einen hohen Anteil der Emissionen, die jeden Tag von der B 42 ausgehen“, ergänzt Ulrike Holtkamp. Vom alten Baumbestand und den Krokusarealen ganz abgesehen. Zudem halten es die Mitglieder für möglich, dass weitere Teile des Stadtgartens bebaut werden, sobald eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist.

Auf keinen Fall wollen die Initiatoren von „Rettet den Stadtgarten“ als reine „Neinsager“ dastehen. „Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Stadt Bad Honnef sich ernsthaft darum bemüht, gründlich, vorausschauend und transparent zu planen und die Bürger einzubeziehen“, so Holtkamp. Daher suche man ganz bewusst den Kontakt zu den Parteien und der Stadt, „auch um deren Argumente kennenzulernen“.

Gleichzeitig will man weiter für das eigene Anliegen werben. „Wir haben Schilder entworfen, die wir in unseren Gärten aufstellen werden“, so Jacobs. Sie zeigen ein Hochhaus statt sattes Grün im Rücken des Löwendenkmals. „Natürlich sollen die Bilder auf den ersten Blick etwas schockieren“, räumt die Initiative ein, man müsse die Menschen ja erst einmal auf das „Problem aufmerksam machen“. Nach den Sommerferien ist eine groß angelegte Unterschriftenaktion geplant.

Lehrpfade für Kinder als Aufwertung

Selbstverständlich habe man sich auch Gedanken über eine strukturelle und qualitative Verbesserung des Teilbereichs des Stadtgartens gemacht, der derzeit in der Diskussion steht. „Wir können uns gut vorstellen, dass die Stadt Lehr- und Lernpfade für die Kinder von drei in unmittelbarer Nähe gelegenen Kitas einrichtet“, sagen die Initiatoren. Und dann ist da noch die Sache mit dem Namen. Holtkamp: „Ich glaube, selbst viele Honnefer wissen gar nicht, was der Stadtgarten ist.“ Angesichts des Denkmals in dem Park „wäre es sinnvoll, ihn in Löwenpark umzubenennen“.

Generell, so die Gründer der Bürgerinitiative, müsse sich die Stadt überlegen, wo sie hinwolle. „Man kann in Bad Honnef – zumindest in der Tallage – nicht unbegrenzt Wohnraum schaffen“, glaubt Jacobs. Schließlich sei es gerade dieser besondere Charakter mit dem vielen Stadtgrün, der Bad Honnef so begehrt mache und Grund dafür sei, dass die Menschen dort leben wollten. Man müsse sich fragen, ob es wirklich Sinn mache, „auch das letzte Grün zu bebauen“. Die Initiative hat sich ihre Meinung dazu schon gebildet.