Verkehrsanbindung ist Hauptthema

Bürger geben Anregungen zu Bauprojekt in Rottbitze

Von der Stadt geduldet: Einige wenige Bewohner leben noch im früheren Feriencenter. Das Bild entstand vor zwei Jahren.

Von der Stadt geduldet: Einige wenige Bewohner leben noch im früheren Feriencenter. Das Bild entstand vor zwei Jahren.

AEGIDIENBERG. CDU sammelt Anregungen zum größten Wohnbauprojekt der Stadt am Rederscheider Weg. Das ehemalige Wochenendgebiet stellt mit rund drei Hektar Größe die größte Eigentumsfläche der Stadt vor.

Sie ist mit drei Hektar Größe eine Fläche, die Potenzial bietet. Auf dem Areal des ehemaligen Wochenendgebietes am Rederscheider Weg in Rottbitze will die Stadt Wohnhäuser errichten. „Über zwei Dekaden hatten wir keinen öffentlichen Wohnungsbau. Wir holen uns Expertise, wo wir können, um es gut zu machen“, sagte der Leiter des Geschäftsbereichs Städtebau, Fabiano Pinto, bei dem offenen Bürgerforum der CDU zu diesen Plänen. Rund 30 Interessierte waren der Einladung der Christdemokraten ins katholische Pfarrheim gefolgt.

„Wir wollen heute Ihre Vorstellungen hören“, hatte CDU-Stadtverbandsvorsitzender und Ratsmitglied Michael Lingenthal die Teilnehmer begrüßt. Man wolle früh mit den Bürgern diskutieren. „Das öffentliche Verfahren kommt später.“ Der Chef der CDU Aegidienberg, Gerhard Kunz, betonte: „Wir sammeln Ihre Anregungen und leiten sie weiter an die Verwaltung.“

Das ehemalige Wochenendgebiet, das hinter Aldi und dem Drogeriemarkt dm liegt, stellt zurzeit die größte Eigentumsfläche der Stadt dar. „30.000 Quadratmeter, das ist eine Riesenfläche“, so Karl-Heinz Dißmann, Fraktionschef des Bürgerblocks, „wir sollten einen Bedarfsplan entwickeln.“

Aber bevor es überhaupt um die Form der Bebauung ging, meldete sich ein Besucher aus dem angrenzenden Rheinland-Pfalz, der nach eigener Aussage täglich auf dem Weg zur Arbeit „die entzückende Kreuzung“ Rottbitzer Straße/Rederscheider Weg passieren muss. „Wenn dann noch die Autos der Bewohner dieses Areals hinzukommen, wird das ein Highlight“, sagte er sarkastisch. „Die Bebauung steht und fällt mit der Verkehrsführung.“

Erschließung des Bebauungsgebiets über mehrere Seiten

Ein Teilnehmer des Forums schlug vor, das Bebauungsgebiet von mehreren Seiten her zu erschließen – nicht nur über den Rederscheider Weg, sondern auch über den Drosselweg. Noch weiter reichte die Idee, den Straßenanschluss über das Gewerbegebiet Zilskreuz zum Kreisel zu schaffen.

Ein Besucher betonte aber: „Ohne die Achse Rederscheider Weg geht nichts. Der Rederscheider Weg ist unterdimensioniert, da muss eine richtige Straße hin.“ Außerdem wünschte er eine dem Ort angepasste Bebauung. Eine Teilnehmerin unterstützte ihn und ergänzte: „Das Areal sollte, dem dörflichen Charakter Aegidienbergs entsprechend, locker bebaut werden mit Mehr- und Einfamilienhäusern, mit einer guten sozialen Mischung.“

Der CDU-Kreistagsabgeordnete Klaus Döhl plädierte auch für eine gute Mischung von Jung und Alt. „Das ist eine große Chance – in jede Richtung etwas.“

Auch über die künftigen Eigentumsverhältnisse gab es Vorstellungen – sie reichten von der Vergabe der Grundstücke mittels Erbpacht bis hin zum Vorschlag, die Stadt sollte über eine Grundstücksgesellschaft Eigentümerin des Geländes bleiben. Angeregt wurde auch ein Kraft-Wärme-Kopplungsprojekt und eine Erdwärme-Versorgung. Zu den Wünschen, die Teilnehmer äußerten, gehörten auch ein neues Hallenbad sowie Freizeitmöglichkeiten für Kinder und für Senioren.

Fabiano Pinto dankte für die sachliche Diskussion und meinte: „Vielleicht liegt es am Weitblick hier oben.“ Keiner der vorgebrachten Vorschläge habe ihn überrascht. Auch die Frage, was in Erbpacht geht, was Eigentum bleibt und vermietet wird, werde gelöst. Und Michael Lingenthal betonte abschließend: „Das soll ein gelungenes öffentliches Wohnprojekt werden, wo man gerne wohnt.“

Rund 100 Wohneinheiten

Das Gelände am Rederscheider Weg in Rottbitze, einst „Feriencenter Aegidienberg“, wurde 2016 im Rahmen einer Zwangsversteigerung von der Stadt Bad Honnef erworben. Zunächst baute sie dort eine Flüchtlingsunterkunft in Mobilheimen, die inzwischen aber wieder aufgelöst wurde. Inzwischen ist das drei Hektar große Areal, die größte Fläche im Eigentum der Kommune, für Wohnbebauung mit etwa 100 Wohneinheiten vorgesehen.

In den neu zu errichtenden geförderten Wohnungen sollen auch die Menschen unterkommen, die von der Stadt geduldet noch in den Häusern des ehemaligen Feriencenters leben. Eine Ordnungsverfügung, nach der sie das Gelände verlassen müssten, wurde ausgesetzt.