Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus

Ausstellungsgebäude in Rhöndorf wird zur Baustelle

RHÖNDORF. Christo in Rhöndorf? Ein bisschen dürften sich Anwohner und Besucher bald an den Künstler und den verhüllten Reichstag erinnert fühlen. Das Ausstellungsgebäude der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus wird saniert.

Und um die dann teils freigelegte Holzkonstruktion vor Wind und Wetter zu schützen, bekommt das Haus eine Hülle. Das 1975 eröffnete Gebäude wird ab Anfang Mai für die Bauzeit geschlossen. Das Wohnhaus des ersten Bundeskanzlers dagegen bleibt unangetastet. Es ist während der gesamten Bauzeit geöffnet, für Einzelbesucher, Gruppen-Führungen und Veranstaltungen wie das Gartenfest.

Eineinhalb Jahre Vorplanung liegen hinter der Stiftung und den Experten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), die die Federführung bei der baulichen Umsetzung haben. Laut BBR-Referatsleiter Reinhard Schlieper und seiner Kollegin Andrea Marquardt weist die Holzkonstruktion, teils an tragenden Teilen, Fäulnis auf.

Die Schäden werden nun entfernt, Dach und Fassade saniert. In einem Zug ist ein Umbau vorgesehen, der sich laut Staatssekretär a. D. Manfred Speck, Vorsitzender der Bundesstiftung, seinem Vorstandskollegen Notar Konrad Adenauer und Geschäftsführerin Corinna Franz ins Motto des Gesamtprojektes fügt: "Wir modernisieren - damit Geschichte Zukunft hat". Franz: "Die Stiftung wird in doppeltem Sinn zukunftsfähig gemacht."

Neben der Sanierung gehört dazu die Neugestaltung der Dauerausstellung. Mit einer Agentur wird hierfür, unter Einbeziehung bekannter und neuer Exponate, ab Juni ein Konzept entwickelt, das geänderte Sehgewohnheiten aufgreift. 15 Jahre nach der Eröffnung der heutigen Dauerausstellung wird es Bild- und Ton- sowie interaktive Elemente geben. Ziel ist es laut Adenauer, auch der jungen Generation das Wirken seines Großvaters zeitgemäß näher zu bringen.

Mit einem Multifunktionsraum geht zudem "ein großer Wunsch" in Erfüllung, so Franz: für Veranstaltungen der Museumspädagogik und mit Gruppen. Platz geschaffen wird auch dadurch, dass die heute noch im Ausstellungsgebäude angesiedelten Arbeitsplätze auf Dauer in das Haus Konrad-Adenauer-Straße 17 umziehen.

Dort wird während des Baus auch der provisorische Zugang für Wohnhaus-Besucher sein. Franz: "Dann geht es zu Fuß über den Zennigsweg zum Wohnhaus - auf dem Weg, den auch Konrad Adenauer gegangen ist." Im Sinne der Anwohner bittet Speck Besucher, mit dem Auto nicht bis zum Gebäude zu fahren. Die gute Nachricht: Nach Fertigstellung des Feuerwehrhauses werden ab Juni wieder Stiftungs-Parkplätze an der Rhöndorfer Straße bereit stehen.