Traditionspflege

Anna-Kirmes in Bad Honnef startet verregnet

Bürgervereinsvorsitzender August Heinen (2.v.l.) und die ganze Festgesellschaft freuen sich mit König Christian Panzer und Königin Claudia Goergen (3. und 4.v.r.) auf eine tolle Regentschaft.

Bürgervereinsvorsitzender August Heinen (2.v.l.) und die ganze Festgesellschaft freuen sich mit König Christian Panzer und Königin Claudia Goergen (3. und 4.v.r.) auf eine tolle Regentschaft.

ROMMERSDORF. Bei der traditionellen Anna-Kirmes im Bad Honnefer Ortsteil Rommersdorf macht der Regen dem Festzug einen Strich durch die Rechnung. König Christian Panzer und seine Königin Claudia Goergen werden statt auf dem Anna-Platz im Weinhaus Steinbach gekrönt.

Sie strahlten dennoch: Christian Panzer und Claudia Goergen in schicker bordeauxfarbener Robe erlebten ihre Krönung zum Rommersdorf-Bondorfer Schützenkönigspaar nicht unter blauem Himmel und den bunten Girlanden auf dem Anna-Platz. Wegen Dauerregens am Sonntag wurde das Fest kurzerhand ins Weinhaus Steinbach verlegt, nachdem schon der Festzug zur Kirmes nach der heiligen Messe im Anna-Dom ins Wasser gefallen war.

Festversammlung in der "alten Heimat"

Rektor Herbert Breuer sah das pragmatisch: „Mutter Anna gönnt unseren Wäldern, Feldern, Weinbergen und Gärten Wasser.“ Und außerdem: Der Plan C des Rommersdorf-Bondorfer Bürgervereins „hat uns in unsere ,alte Heimat‘ zurückgeführt“, das Weinhaus Steinbach, wo früher stets die Festivitäten stattfanden. Breuer: „Unsere Anna-Kirmes lebt – auch wenn’s regnet.“ Vizebürgermeister Peter Profittlich sagte: „Der Regen war nötig.“ Und: „Ich freue mich auf viele Feste mit Euch.“ Gleichzeitig gab es ein dickes Dankeschön von allen Seiten für den scheidenden König Raphael Path und dem Prinzen Benedikt Limbach für ein tolles Jahr, einen Nachfolger für das Prinzenamt gab es zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte nach 2013 leider nicht.

Dank an Vorjahreskönig Raphael Path und Prinz Benedikt Limbach

Aber dann war es soweit: Breuer setzte Claudia Goergen das Krönchen aufs Haupt und Peter Profittlich legte Christian Panzer die Königskette um. Ein schmuckes Paar, das von Bürgervereinschef August Heinen vorgestellt wurde. Am Wochenende zuvor beim Königsvogelschießen hatte sich Panzer mit dem 301. Schuss durchsetzen können. Weitere sechs Konkurrenten – Bürgermeister Otto Neuhoff, Christian Klein, Detlef Peterse, Jörg Kühn, Harald Otto und August Heinen – hatten mit auf den Rumpf gezielt. Panzer holte das letzte Fitzelchen von der Stange.

Bereits 2013 hatte Christian Panzer sich die Königswürde erkämpft. August Heinen: „Christian gilt in unserem Ort längst als feste Institution. Ob Blumenpfleger, Krippenbauer, Kirmes oder einfache Sanierungsarbeiten, überall ist er mit vollem Engagement dabei.“ Der Steinmetz- und Bildhauermeister hatte auch schon die heilige Anna-Statue restauriert. Nach dem Gesellenjahr stehe nun der Meisterprüfung als Regent von Rommersdorf und Bondorf nichts mehr im Wege, meinte Heinen.

Der König ist auch ein aktiver Stadtsoldat

Panzer (52) ist auch Tänzer im Stadtsoldatencorps. Im Vorstand des Bürgervereins sei er ebenfalls engagiert. Seine Freundin Claudia (49) wohnt noch in Bonn-Duisdorf, hat zwei erwachsene Kinder und lebte lange an der Mosel. Sie ist Controllerin in einer Entwicklungshilfeorganisation, liest gerne, wandert und joggt. „Da findest Du hier die besten Voraussetzungen. Das Annatal liegt Dir zu Füßen“, ulkte Heinen. „Das Brauchtum hier ist sehr schön“, bekundete die neue Königin. „Der Verein hat mich mit offenen Armen aufgenommen, alle sind sehr hilfsbereit.“ Als Ehrendamen erkor sie sich Michaela Sigmund, Regina Steinbach, Iris Schneider, Mary Krüger, Yvonne Haag, Heike Drolshagen. Panzer steht Adjutant Alois Klein zur Seite. Zum Königstanz spielte die Charly-Müller-Band. Und die Kirmesbesucher bevölkerten dann auch die Tanzfläche. Nur gut, dass die Wirtsleute Mohr kurzerhand Asyl geben konnten.

Blumen für die Senioren im Marienhof

Mit dem Spielmannszug des TV Eiche waren die Besucher der Messe im Regen von der Anna-Kapelle zum Weinhaus Steinbach gezogen. Eine Abordnung fuhr zum Altenheim Marienhof, sonst eine Festzug-Station, um wenigstens die Blumen an die Senioren zu verteilen – auch im Sinne der Predigt. Breuer hatte von der Suche nach dem Sinn des Lebens gesprochen, die verschiedenste Wellen wie etwa die Wellnesswelle erzeuge. „Diese Strategie haben wir nicht nötig. Sinnvoll leben die, die geliebt werden, die Freundschaften pflegen, anderen helfen und sich so eine Sinnstruktur geben nach dem Kompass Jesu.“

Am Vortag ging der Fassanstich durch Bürgermeister Neuhoff bei Regen über die Bühne. Mit den Pänz zogen Jürgen Behr und Markus Mohr den Kirmeskerl in luftige Höhe. Diesmal war er mit der Handwerkerkluft von Michael Schwarz, König von 2016, ausstaffiert. Bis Sonntagnacht wurde gefeiert.Wetten, auch die Schützengala im Oktober im Grandhotel Petersberg wird unvergesslich.