Unmut über die Sperrung

Am Zaun am Siegfriedfelsen führt kein Weg vorbei

Kritik gibt es an der Sperrung des Weges.

BAD HONNEF. Die Teilsperrung des mittleren Weinbergwegs hat hohe Wellen geschlagen. Die einen sprechen von Schildbürgerstreich, die anderen von Verschwendung von Steuermillionen.

Als Sprecher der Winzer hat sich nun Burkhard Hoffmeister, Kreistagsabgeordneter der Grünen, hat zu Wort gemeldet. Er hat den Prozess intensiv begleitet. "Einschnitte in Rechte und gewohntes Handeln tun weh. Kaum jemand weiß das besser als die Winzer, deren Existenz zwar jetzt gesichert wird, die jedoch ihre besten Lagen und einen erheblichen Teil ihrer Rebfläche verloren haben", erklärt Hoffmeister.

Selbstverständlich verstünden die Winzer, dass Wanderer attraktive Wege und freien Blick auf das grandiose Panorama finden wollten. "Zweifellos ist der Schutzzaun am westlichen Drachenfels ein erheblicher Einschnitt." Er schränke die Bewegungsfreiheit massiv ein. Und nicht zuletzt wünschten sich auch die Winzer gute Bedingungen für Gäste und Bewohner sowie ein Maximum an Bewegungs- und Erlebnisraum. "In ihrer Kenntnis des Geländes beteiligen sie sich gern an dieser Diskussion", heißt es in der Erklärung. "Sie suchen den konstruktiven Dialog Aller und wollen Zuweisungen von Schuld oder Versagen dort vermeiden, wo diese ungerechtfertigt wären."

Es sei noch immer unklar, ob die forsche Gangart von Arbeitsschutz und Geologischem Dienst des Landes tatsächlich angemessen waren. "Der dadurch erzeugte Handlungs- wie Zeitdruck sorgte für erhebliche Belastungen in der Gestaltung der Maßnahmen", so Hoffmeister.

Keinesfalls jedoch verhielten sich Stadtverwaltung oder Naturschutz nachlässig oder voreilig; Beide hätten sich nach Kräften und verantwortungsbewusst an den Beratungen beteiligt, die sie gemeinsam mit Kreis, Land, Bezirksregierung, Nachbargemeinde, dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sowie mehr als einem Dutzend weiterer hinzugezogener Institutionen und Expertengruppen führten.

Johannes Feuerbach, der leitende Ingenieur der Maßnahme: "Die jetzt in Errichtung befindlichen Bauten sind das Ergebnis sorgfältiger Prüfung und der Beachtung sinnvoller Vorschriften." Auch für Kritik und Vorschläge gelte, dass sie auf Erfolg hoffen könnten, wenn sie sachorientiert und zielgerichtet seien. Jedoch: "Ausgerechnet die engagierte Bad Honnefer Stadtverwaltung auf angebrachten Schildern als Vollidioten zu bezeichnen oder auch nur des Schildbürgerstreichs zu bezichtigen, stellt schon die Frage, ob dies nicht unangemessen oder gar kontraproduktiv wirkt", heißt es in der Pressemitteilung.

Und auch wenn weitergedacht werden solle und weiter nach besseren Lösungen gesucht werden könne, so dürfe nicht vergessen werden, dass das jetzt verwirklichte Konzept in "ungewohnter Transparenz und Intensität von November 2013 bis April 2014 öffentlich beraten und von fast allen lokalen sowie regionalen Medien detailliert vorgestellt" worden sei.

Winzer Bobbi Pieper betont: "Auch wir Winzer gingen bis zum März davon aus, dass zumindest der mittlere Weg durch die Weinberge als Ersatz für den beliebten Panoramaweg uneingeschränkt erhalten bleibt. Erst der zu Recht hinzugezogene Naturschutz machte uns klar, dass weitere Anpassungen und damit Einschränkungen notwendig wurden." Die jetzt gewählte Streckenführung teilweise über Treppen samt Aussichtsbänken mitten im Weinberg erschien als zwar beschwerliche, aber durchaus attraktive Lösung.

Sie ermöglichten die gewohnte Passage im Westen und Süden des Drachenfels, was Karl-Heinz Broel so kommentiert: "Wanderer wollen nicht umdrehen und auf gleicher Strecke zurückkehren - sie haben ein Ziel und wollen dort ankommen." Der Winzersprecher weist darauf hin, dass ein Schild "Betreten auf eigene Gefahr" nicht weiterhelfe. "Die Stadt ist hier Aufsichtsbehörde, und unter der angenommenen erheblichen Gefährdung kann sie ihre Haftung keineswegs lapidar ausschließen".

Bereits in den ersten Tagen nach der Weinbergsperrung sei deutlich geworden, "dass am Drachenfels wenig so bleiben würde, wie es war", so Winzer Felix Pieper. "Nur einer wirklich großen gemeinsamen Anstrengung und der außergewöhnlichen Unterstützung vieler Menschen aus der Region ist es zu verdanken, dass das Gebiet zwischen Berg und Fluss seine Anziehung zu weiten Teilen behielt". Hier nachzusetzen und nach Optimierung zu suchen, könne nur nutzen. Die Winzer bitten daher, "das Erreichte nicht aus den Augen zu verlieren."