Windkraft in der Verbandsgemeinde Unkel

Abschied von Windrädern am Asberg

Windräder in der Nähe des Kandels bei Waldkirch in Baden-Württemberg: Seit Jahren wurde in der Verbandsgemeinde Unkel darüber diskutiert, ob am Asberg Windräder aufgestellt werden sollen. Jetzt ist das Projekt vom Tisch.

Windräder in der Nähe des Kandels bei Waldkirch in Baden-Württemberg: Seit Jahren wurde in der Verbandsgemeinde Unkel darüber diskutiert, ob am Asberg Windräder aufgestellt werden sollen. Jetzt ist das Projekt vom Tisch.

Siebengebirge. Fünf Jahre wurde geplant, nun steht das Projekt vor dem Aus: Am Asberg wird es keine Windräder geben. Der Verbandsbürgermeister votiert für eine förmliche Einstellung des Verfahrens.

Fünf Jahre nach Beginn der Planungen für einen Windpark am Asberg steht das Projekt vor dem endgültigen Aus. Wie der Unkeler Verbandsbürgermeister Karsten Fehr am Freitag mitteilte, wird er dem Rat der Verbandsgemeinde (VG) Unkel am 30. Juni vorschlagen, das dafür notwendige Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes förmlich einzustellen. Und er rechnet fest damit, dass der Rat dem zustimmen wird.

Das Projekt war von Anfang an in der Bevölkerung heftig umstritten. Im Oktober 2011 hatte der Verbandsgemeinderat Unkel die Änderung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergie beschlossen. Die Energieversorgung Mittelrhein (EVM) wollte am Asberg bis zu 18 Windkrafträder bauen. Die Politiker in der Verbandsgemeinde Unkel versprachen sich davon nicht nur einen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende, sondern auch Einnahmen für die klammen Kassen der Ortsgemeinden. Besonderer Charme der Vereinbarungen mit der EVM: Der Energieversorger verpflichtete sich, alle Kosten für die notwendigen Gutachten und Untersuchungen zu übernehmen.

Doch nach mittlerweile fünf Jahren steht aus Sicht von VG-Chef Karsten Fehr fest, „dass sich diese Ziele nicht erreichen lassen“. Denn die verschiedenen Gutachten ließen die Flächen, auf denen Windräder aufgestellt werden können, mächtig schrumpfen: Statt 336 Hektar standen am Ende nur noch 51 Hektar zur Verfügung. Denn die Gutachter entdeckten bei ihren Untersuchungen unter anderem besonders schützenswerte Vogelarten wie Uhu und Schwarzstorch; ein Großteil der Fläche kam daher nicht mehr in Frage. Zudem standen Fehr und viele Ratsmitglieder Windrädern am Auge Gottes kritisch gegenüber. Rechnet man diesen Teil ebenfalls heraus, reduziert sich die Restfläche auf dann nur noch 29 Hektar. Demnach hätten am Asberg gerade einmal drei Räder Platz gefunden.

„Aber mit drei Windrädern leisten wir weder einen substanziellen Beitrag zum Umweltschutz, noch hätten wir die entsprechenden Einnahmen“, so der VG-Bürgermeister. Daher wäre es jetzt an der Zeit, „den Fakten ins Gesicht zu sehen“ und eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen. Laut Fehr gibt es drei Möglichkeiten: Das Verfahren zum Abschluss bringen, um am Ende einen neuen Flächennutzungsplan zu haben; das Verfahren ruhen zu lassen oder es förmlich einzustellen.

Seitens der Verwaltung plädiert man für eine Einstellung und einen Auflösungsvertrag mit der EVM. Denn: Gegen die Fortführung eines Flächennutzungsplanverfahrens spreche, dass nach ständiger Rechtsprechung in diesem am Ende „der Windenergie in substanzieller Weise Raum verschafft werden muss“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Und: „Ob sich hier dieses Ergebnis unter Berücksichtigung der Parameter, die von der Mehrheit der Mitglieder des Verbandsgemeinderates gewünscht werden, erreichen lässt, wird bezweifelt.“

Soll heißen: Die Flächen am Auge Gottes müssten als mögliche Fläche für Windenergie einbezogen werden. Auch das Verfahren nur ruhen zu lassen, ist für den Verbandsgemeindechef keine Option. „Das ist wie ein bisschen schwanger“, so Fehr gestern. Eine förmliche Einstellung des Verfahrens sorge dagegen für Klarheit. Kosten wird die Gemeinde der Ausstieg nichts.