Erster offizieller Naturpark in NRW

60 Jahre Naturpark Siebengebirge

Siebengebirge. 11.200 Hektar zwischen Beuel und Sankt Augustin im Norden sowie der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz im Süden: 1958 wurde die hügelige Landschaft rechts des Rheins offiziell zum Naturpark erklärt – der erste in Nordrhein-Westfalen.

Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, begrüßte neben Vertretern der vier am Naturpark beteiligten Städte Bad Honnef, Königswinter, Bonn und Sankt Augustin auch Hubert Kaiser vom NRW-Umweltministerium sowie Michael Arndt, Ehrenpräsident des Verbands Deutscher Naturparke. Der hatte zur Feier des Tages eine Urkunde für den Jubilar dabei.

Geschichtsträchtig, beeindruckend, magisch, voller landschaftlicher und kultureller Höhepunkte: Die Gratulanten in Haus Schlesien in Heisterbacherrott waren voll des Lobes für den Naturpark, der heute eine Fläche von 11.200 Hektar zwischen Beuel und Sankt Augustin im Norden sowie der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz im Süden umfasst. „Hier gelingt der Spagat zwischen Naturschutz, Tourismus und zugleich größtmöglichem Nutzen für die Menschen in der Region“, sagte Kaiser, der im Umweltministerium für Naturschutzgroßprojekte zuständig ist.

Lob für den Verschönerungsverein

Doch auch der Arbeit des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge (VVS), der zum 1. Februar 2018 nach mehr als 30 Jahren die Trägerschaft des Naturparks an den Rhein-Sieg-Kreis übergeben hatte, zollte Kaiser Anerkennung. „Der VVS war der einzige Träger in NRW, der alles im Ehrenamt geleistet hat. Das ist außergewöhnlich und verdient großen Respekt.“

Ein „enormer Fundus an Wissen und Erfahrung“ habe letztlich dazu geführt, dass der Naturpark Siebengebirge eine zukunftsweisende Entwicklung genommen habe. Mehrfach sei er dafür etwa mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet worden und trage seit 2015 zudem die Auszeichnung als „Qualitäts-Naturpark“. Kaiser: „Alexander von Humboldt soll ja gesagt haben, das Siebengebirge sei für ihn das achte Weltwunder. Darüber mag man vielleicht streiten. Aber außergewöhnlich schön ist es in jedem Fall.“

Eine Meinung, der sich Hans Peter Lindlar natürlich gerne anschloss. „Der VVS feiert im nächsten Jahr sein 150-jähriges Bestehen“, so der VVS-Chef. „Man kann sagen, dass wir in dieser Zeit in der Rolle als Hüter des Siebengebirges erfolgreich waren.“ Bis zum Frühjahr dieses Jahres sei die administrative Neuordnung nach dem Trägerwechsel abgeschlossen worden. „Wir setzen auf eine konstruktive Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe“, so Lindlar.

Geschäftsstelle zukünftig im Siebengebirge

Derzeit sei die Geschäftsstelle des Naturparks mit drei Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 185.000 Euro ja noch im Siegburger Kreishaus angesiedelt. Geplant sei jedoch, ihren Sitz auf Dauer ins Siebengebirge zu verlegen. „Und ich träume davon“, so Lindlar, „die Naturparkverwaltung dann zu uns an den VVS-Sitz im Forsthaus Lohrberg auf der Margarethenhöhe zu holen.“

Von einer engen Verbindung zum Naturpark Siebengebirge sprach auch Michael Arndt, bis vor wenigen Wochen Präsident des Verbands Deutscher Naturparke und heute dessen Ehrenpräsident. Eigens aus Hannover war er zu der Feierstunde nach Heisterbacherrott gekommen, um Landrat Schuster die Jubiläumsurkunde eigenhändig zu überreichen.

Insgesamt 105 Naturparke gebe es heute in Deutschland, zählte er auf, darunter zwölf in NRW. Der Naturpark Siebengebirge sei der kleinste, einer der ältesten in Deutschland und zugleich von einer immensen Bedeutung aufgrund seiner Lage am Rande des Ballungsgebietes Köln/Bonn. „Sie haben einen Plan und den konsequent verfolgt“, lobte Arndt in Richtung Lindlar und Schuster.

Die Verantwortlichen hätten das Lenken der Besucherströme im Blick, knüpften Netzwerke zwischen allen Beteiligten, setzten auf Kommunikation und die Umweltbildung vor allem bei jungen Menschen. „Der Naturpark Siebengebirge hat eine gute Zukunft vor sich“, sagte Arndt. „Da bin ich mir sicher.“