Kommentar zum Lemmerz-Freibad

Schlaflos in Königswinter

Der Sprungturm im Lemmerz-Freibad existiert heute nicht mehr. Auf der Postkarte von 1960 ist er noch zu sehen.

Der Sprungturm im Lemmerz-Freibad existiert heute nicht mehr. Auf der Postkarte von 1960 ist er noch zu sehen.

Man muss kein Prophet sein, um zu erahnen, dass einigen Kommunalpolitikern in Königswinter zurzeit alles andere als wohl in ihrer Haut ist.

Haben sie doch bereits bevor der Kämmerer den Vorschlag machte, das Freibad aus Kostengründen in diesem Jahr gar nicht mehr zu öffnen, selbst laut darüber nachgedacht.

Die Geister, die sie riefen, werden sie jetzt nur schwer wieder los. Nachdem die Bäderfreunde in der Stadt ihre weihnachtliche Schockstarre überwunden haben, schicken sie sich an, bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres mit einer Unterschriftensammlung das zu machen, was Politiker hassen wie der Teufel das Weihwasser: potenzielle Wähler gegen ihre Politik aufzubringen.

Dabei ist anzunehmen, dass diese Aktion nicht viel weniger erfolgreich sein wird als die vor Jahresfrist. Auch wenn natürlich in der verkürzten Zeit der Unterschriftensammlung sicher nicht erneut 6000 Stimmen zusammenkommen werden. Schließlich hat das Hallenbad viele Fans, die sich noch nie ins Freibad verirrt haben.

Wenn die Politiker jetzt in der Nacht an die Bäder denken, werden sie womöglich um ihren Schlaf gebracht. Schließlich müssen sie jede Minute nutzen, um sich eine Erklärung für ihren Sinneswandel, das Bad doch zu erhalten, einfallen zu lassen. Und wie sie das in den bevorstehenden Haushaltsberatungen am besten verkaufen können.

Aber auch da wird ihnen sicher die eine oder andere geschickte Formulierung einfallen. Unter dem Strich wird dann voraussichtlich folgendes Ergebnis stehen: Das Freibad wird nicht geschlossen. Aber man hat doch zumindest mal drüber reden müssen. Oder etwa nicht?