Zur Eröffnung

Der Drachenfels erlebte einen Besucheransturm

Königswinter. Sonnenbalkon Drachenfels. Irmtrud und Dietmar Preibisch genossen den "Weitwinkelblick" von den Sitzstufen des Plateaus aus. "Das wäre ein Motiv für eine Fototapete fürs Wohnzimmer", meinte der Honnefer. Und seine Frau bestätigte: "Der weite Blick ist umwerfend. Die Atmosphäre ist schön, das Ambiente gut und die Restauration auch. Es ist toll geworden."

Am Sonntag wurde von Bürgermeister Peter Wirtz das Drachenfels-Plateau offiziell eröffnet. Und das Beste daran: Endlich Sonne. Den ganzen Tag herrschte Hochbetrieb.

Viele Besucher fuhren mit der Zahnradbahn nach oben und wurden zur Feier des Tages zum Kinderpreis befördert. Etliche bezwangen den Berg aber auch zu Fuß. Mitarbeiter des Ordnungsamtes führten eine Strichliste. Jeder, der oben ankam oder wieder ging, wurde registriert.

Gegen 14 Uhr waren 1500 Menschen auf Plateau und Drachenfelsruine. Stadtsprecher Ulrich Berres: "Bei 2400 ist bei Veranstaltungen wie heute Schluss, dann sperren wir das Plateau und der Bahnbetrieb endet am Schloss. Wir haben aber noch Luft." Unten an der Talstation stand derweil bereits die nächste Riesentraube von Fahrgästen. Der Rekord des Tages: 2000 Besucher auf einmal auf dem Berg.

"Ich war mit drei Jahren zum ersten Mal hier. Fast jeden Sonntag ging ich mit meiner Oma aus Königswinter auf den Drachenfels. Es ist schöner geworden. Die Terrasse ist besonders attraktiv", meinte Thomas Müller aus Bonn, der mit seiner Verlobten Anja Barth die Neugestaltung in Augenschein nahm.

Aus der Zeitung hatte Familie Schmitz aus Lohmar von dem Ereignis gehört. "Der Ausblick ist super", staunte Sohn Henrik, der mit seinen Eltern auf den Stufen Platz genommen hatte. "Der Blick ist wunderschön", war Mama Susanne mit ihm einer Meinung. Und ihr Ehemann Egon sagte: "Früher war das Restaurant rustikaler. Jetzt ist es sehr modern." Susanne: "Vielleicht schon zu puristisch."

Gern nutzten die Besucher die Möglichkeit, sich durch das Gebäude führen zu lassen. "Das Plateau ist das Highlight", so Architektin Ulrike Marschlich. "Wir wollten wenig Material verwenden und trotzdem den Anforderungen gerecht werden." Die häufigste Frage an sie: "Warum ist das Restaurant so klein?" Ihre Antwort: "Der Ausblick soll das Erlebnis sein." Godlint Kieß aus Bad Honnef gehörte mit ihrem Mann Christian ebenfalls zu den "Drachenfelsbezwingern". Beide schwärmten: "Es ist ausgesprochen schön. Man kommt aus der Bahn und atmet auf und schaut nur noch. Es ist eine stille Freude, keine lärmende Jahrmarktsfreude."

Auch Christian Kieß war begeistert von den neuen An- und Aussichten. Erstmals gab's am Sonntag am Kiosk Bockwurst. Zusätzlich hatte Drachenfelswirt Hermann Nolden im Freien Eis-, Kuchen- und Bratwurststände errichtet. Viele Käufer setzten sich zum Verzehr auf die Stufen.

Rheinromantik-Touristen

Jakob Sieger und Soledad Sichert waren als Rheinromantik-Touristen des 19. Jahrhunderts verkleidet und führten die Besucher bis hoch zur Ruine. "Vor 25 Millionen Jahren machte es hier ,Peng?", erklärte Siegert die Entstehung des Berges durch den Vulkanismus. Er erzählte von den Römern, die hier Steine abbauten, über die Burg und ihre Herren. Und seine Begleiterin berichtete von den Sommerfrischlern und den Damen, die wie sie, eingepresst ins enge Korselett, kaum drei Schritte gehen konnten.