Windeck

Kuh aus dem Pool kommt auf den Gnadenhof

WINDECK.  Landwirt Gerhard Steinhauer aus Windeck-Saal hat eine Entscheidung getroffen. Seine Kuh, die am Samstag vor der Schlachtbank flüchtete und in einem Swimming-Pool in Sangerhof gelandet war, wird nicht geschlachtet.
Ende der Flucht: Die Kuh landete im Pool. Foto: Feuerwehr Windeck

"Ich stehe derzeit in Verhandlungen mit dem Gnadenhof Gut Aiderbichl, an den ich das Tier verkaufen werde", sagte Steinhauer. Wie bereits berichtet, wollte Steinhauer das eineinhalb Jahre alte und 500 Kilogramm schwere Tier am Samstagvormittag eigentlich zur Schlachtbank führen. Die Kuh büchste aber während der Verladung aus, sprang im Galopp über Stacheldrahtzäune und rannte zur zwei Kilometer entfernten Ortschaft Sangerhof.

Als sie dort über eine Hecke sprang, konnte sie nicht wissen, was sie dahinter erwartete. Die Flucht endete nämlich mit einem beherzten Sprung in einen bis oben gefüllten und mit einer Eisschicht bedeckten Swimmingpool. Der Hausbesitzer hatte sofort die Feuerwehr alarmiert, die mit sechs Wehrmännern anrückte, um die frierende Kuh aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Um sie vor dem Ertrinken zu retten, pumpte die Feuerwehr einen Teil des Wassers ab. Anschließend zog der Landwirt das Tier mit einem Traktor aus dem Pool.

Die spektakuläre Rettungsaktion schlug hohe Wellen. Nicht nur, dass bundesweit die Medien über den Badeausflug der Kuh berichteten. Auch mehr als ein Dutzend Tierschutzorganisationen versuchten mit einer Flut von E-Mails und Anrufen, Landwirt Gerhard Steinhauer davon abzuhalten, die Kuh zur Schlachtbank zu führen. Auch die Windecker Feuerwehr kann sich derzeit vor dem Klingeln des Telefons kaum retten.

"Wir werden von einer wahren Flut von Anrufen überrollt", sagte Peter Ermert, Leiter der Windecker Feuerwehr. Nun kommt die Kuh also auf den Salzburger Gnadenhof Gut Aiderbichl. Mit Michael Aufhauser, dem Leiter dieses Gnadenhofs, der auch über eine Niederlassung im süddeutschen Deggendorf verfügt, steht Steinhauer derzeit in Verhandlungen.

"Ich benötige aber zunächst eine Gesundheitsbescheinigung vom Kreis-Veterinäramt, die ich bereits beantragt habe", sagte Steinhauer. "Wenn das Tier krank ist, bleibt es nämlich erst mal hier". Außerdem müssten noch Modalitäten zum Transport der Kuh abgeklärt werden.

Beeindruckt war Steinhauer von Aufhausers Art. Der habe ihm gesagt, wenn ein Tier solch etwas überstehen würde, dann müsste man ihm auch ein Lebensrecht einräumen. "Dem schließe ich mich an", sagte der Landwirt.

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