Großeinsatz bei Troisdorf

Rettungskräfte suchten Sieg nach hilfloser Person ab

Siegburg/Bonn.  Von Feuerwehr bis Polizei, von THW über DLRG bis zum Roten Kreuz: Rund 200 Helfer haben am späten Donnerstagabend bei einem Großeinsatz bis in die Nacht nach einer hilflosen Person im Hochwasser gesucht. Die soll gegen 21.40 Uhr in Höhe von Troisdorf in die Sieg geraten sein.
Rettungskräfte suchen die Sieg nach einer Person ab. Foto: Axel Vogel

 Daher war der gesamte Bereich zwischen Aggerwehr auf der Hütte in Troisdorf bis zur Siegmündung in Niederkassel systematisch abgesucht worden. Gefunden wurde niemand, so dass die Leitstelle die Aktion um 23.45 Uhr abbrechen ließ.

Dietmar Klein, stellvertretender Kreisbrandmeister, hatte von Anfang an ein komisches Gefühl bei der Suche: "Die Hinweise waren sehr vage", sagte Klein, der am Aggerwehr bei der Koordination des Einsatzes half. Auslöser war laut Kreisfeuerwehrsprecher Peter Kern eine Anruferin gewesen, die eine hilflose Frau in der starken Hochwasserströmung der Sieg ausgemacht haben wollte, und deshalb bei der Rettungsleitstelle Alarm schlug.

Agger nach hilfloser Person abgesucht
 Eingegangen war der Anruf dort gegen 21.40 Uhr, wie Polizeisprecher Georg Küpper recherchierte, gegen 22 Uhr sei dann auch die Polizei alarmiert gewesen. An der Stichhaltigkeit der Alarmierung gab es dem Vernehmen nach nicht nur bei Klein von Anbeginn Zweifel. Trotzdem traf nach und nach ein wahres Großaufgebot an Rettern aus Bonn und dem Kreis an der Sammelstelle des Einsatzes ein, vor den Manstaedt-Werken in Friedrich-Wilhelms-Hütte. Für Feuerwehrsprecher Kern nichts Ungewöhnliches: "Dieser Ablauf ist bei Wasserrettungen üblich."

Zumal auch die Feuerwehren entlang der Siegkommunen aktiv wurden, sprich neben der Troisdorfer Wehr auch die von Sankt Augustin und Niederkassel. Zudem rückte die Bonner Feuerwehr aus. "Insgesamt waren acht Boote im Einsatz", staunte dann aber selbst Kern über den großen Kräfteeinsatz. Entwarnung gab es erst gegen 23.15 Uhr: Ein Polizeihubschrauber, ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera, hatte die Sieg vom Aggerwehr bis zur Mündung abgesucht und nichts entdeckt. Dass am Ende rund 200 Rettungskräfte zur Verfügung standen, war aus Sicht von Peter Kern hilfreich, " da wir eine lange Strecke absuchen mussten".

Letztlich sei das Massenaufgebot auch schlicht dem Umstand geschuldet, dass zum Zeitpunkt der Alarmierung ungewöhnlich viele Ehrenamtler einsatzbereit waren. Polizeisprecher Küpper erklärt das ähnlich: "Sie können bei einer freiwilligen Feuerwehr nicht so punktgenau alarmieren, wie bei einer Berufsfeuerwehr."

Auch wenn die Retter am Donnerstagabend vermutlich umsonst an die Sieg ausgerückt waren, dürften Polizei und Feuerwehr die nächsten Tage weiterhin ein waches Auge auf die Gewässer in der Region haben. Denn in Sachen Hochwasser gibt es noch keine Entwarnung. Bis zum Wochenende sollen die Flusspegel weiter steigen. Auf der Sieg nutzen dies sogar routinierte Kanufahrer zum Ausflug an die Siegfähre.

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