Schulen in Swisttal

Schulsozialarbeiter sind Ansprechpartner für Kinder und Eltern

SWISTTAL.  Morgens auf dem Schulhof wird erst einmal "abgeklatscht", wie unter Freunden. Das Vertrauen der Schüler, und auch der Lehrer, haben sich die beiden Schulsozialarbeiter Iris Sauer-Jentsch und Günter Mahlberg in den knapp zwei Monaten schon erworben, die sie an Swisttaler Schulen tätig sind.
Günter Mahlberg und Iris Sauer-Jentsch im Büro im Rathaus. Foto: sax

Sie haben sich in den Klassen vorgestellt, Flyer und Elternbriefe verteilt und waren bei Elternsprechtagen. Gerade bei den Eltern aber wollen sie sich weiter bekannt machen. Denn im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht ein sensibler, wichtiger Bereich: das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT).

"Viele Familien wissen gar nicht, dass sie Anspruch haben auf Zuschüsse aus dem BuT", haben die Schulsozialarbeiter festgestellt. Das Paket soll Kindern aus Familien mit geringem Einkommen mehr Chancengleichheit ermöglichen. Die 34-jährige Iris Sauer-Jentsch arbeitet schwerpunktmäßig an der Heimerzheimer Grundschule und unterstützt darüber hinaus ihren Kollegen Bruno Riffeler an der Verbundschule Georg-von-Boeselager-Schule. Der 51-jährige Günter Mahlberg ist an der Odendorfer und der Buschhovener Grundschule tätig.

Durch den Rechtsanspruch auf Bildung und Teilhabe an gesellschaftlichen Angeboten können Familien mit geringem Einkommen für ihre Kinder Zuschüsse erhalten für Sport, Musik oder Kultur, Schulausflüge, Hort oder Kita, Schulmaterial oder Nachhilfe. Dafür ist ein schriftliches Antragsverfahren erforderlich - für viele ein Hemmnis. Genau da setzt die Unterstützung der Sozialarbeiter an. 22 Anträge haben sie inzwischen initiiert.

Zum Beispiel für den Zuschuss zum Mittagessen in der Schulmensa. Auch die Teilnahme an einem Präventionsprojekt zum Schutz vor Missbrauch wird für einige Kinder aus dem BuT finanziert. Oder das Bus-Fahrgeld für den Klassenausflug nach Bonn, oder für die Lernförderung.

Der Bedarf ist hoch: Der Rhein-Sieg-Kreis war von 73 Betroffenen ausgegangen, nach sieben Wochen haben Sauer-Jentsch und Mahlberg festgestellt, dass es schon rund 150 sind. Ihre Arbeit beschränken sie aber nicht nur auf das Bildungspaket, sondern sie beziehen auch klassische Sozialarbeit ein: "Viele Kinder wenden sich vertrauensvoll an uns bei Problemen, zum Beispiel wenn es Streit gegeben hat. Dann vermitteln wir Gespräche."

Mittler und Bindeglied wollen sie auch sein zwischen Lehrern und Eltern: "Wir geben keine Schulnoten wie Lehrer. Bei Bedarf moderieren wir auch Gespräche Eltern - Lehrer". Diese sollten aber besser außerhalb der Schule stattfinden, um auch räumlich die Trennung deutlich zu machen. Deshalb planen sie die Gründung eines Eltern-Cafés, zum Beispiel in den Räumen des Kinder- und Jugendrings.

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