Siegburg: Kreishaus-Sanierung soll nun 30 Millionen Euro kosten | GA-Bonn

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Kreishaus-Sanierung soll nun 30 Millionen Euro kosten

SIEGBURG.  Staub liegt in der Luft, Handwerker flitzen hin und her und rufen Anweisungen, es wird gehämmert, geschraubt, gebohrt, Kabel und Drähte hängen aus der Decke und gucken aus den Wänden.
In der elften Etage des Siegburger Kreishauses wird schon fleißig gearbeitet.
								Foto: Beekes
In der elften Etage des Siegburger Kreishauses wird schon fleißig gearbeitet. Foto: Beekes

Im elften Stock des Siegburger Kreishauses ist es laut und dreckig - die Etage dient als Musterbereich für die anstehende Brandschutzsanierung. Hier wird getestet, welche Änderungen und Umbauten letztlich notwendig sind.

Die Erkenntnisse sollen in die Sanierungsplanung für das gesamte Kreishaus einfließen - und in die Kostenplanung. Denn wie im Januar bekannt wurde, werden die Baumaßnahmen mit rund 30 Millionen Euro deutlich teurer als ursprünglich gedacht: Von etwa zwölf Millionen war noch bis Dezember die Rede gewesen.

Gestern führte Architekt Daniel Bach vom Kölner Büro "sic Architekten" durch die Baustelle und erklärte, was zu tun ist, um das Kreishaus in Sachen Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen. Im Gegensatz zu den ersten Schätzungen der Verwaltung werden vor allem an die neuen Bodenbeläge höhere Anforderungen gestellt, es müssen mehr Brandschutztüren her, und die Brandschutzschottungen an Fassade und Flurwänden müssen erneuert werden.

Auch Betriebsräume müssen umgebaut werden, weil sie den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht entsprechen. Zudem müssen sogenannte Panikräume eingerichtet werden, die zu jeder Zeit erreichbar sind. Höher als von der Verwaltung geschätzt sind aber vor allem die Personalkosten, weil die Arbeiter vermehrt nachts und an den Wochenenden zum Einsatz kommen müssen, um den laufenden Betrieb nicht zu stören.

Von "Mehrkosten" im Vergleich zur ursprünglichen Schätzung will die Verwaltung allerdings nichts hören. Vielmehr, so Tim Hahlen, Leiter der Gebäudewirtschaft des Kreises, habe sich herausgestellt, dass der tatsächliche Zustand des Gebäudes anders sei als in den Plänen aus den 1970er Jahren verzeichnet.

Durch die Arbeiten im Musterbereich, sagt Hahlen, "testen wir die Umsetzung der bislang schon geplanten Schritte und sammeln wichtige Erkenntnisse über den tatsächlichen baulichen Zustand und die notwendigen Arbeiten". Architekt Daniel Bach fand lobende Worte für das Vorgehen der Verwaltung: "Es ist ein kluger Schritt, die Baumaßnahmen zunächst in einem Musterbereich zu testen - wenn man erst einmal mit dem Umbau anfängt, kann man ansonsten übel auf die Nase fallen."

Das, nämlich eine Kostenexplosion nach Beginn der Sanierung, will die Verwaltung verhindern. Im April sollen die Fachplaner eine Berechnung der tatsächlichen Kosten erstellen, dann erst beginnt die Ausführungsplanung und die Aufträge werden vergeben. Im Januar 2014 sollen die Arbeiten beginnen, 2016 soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Bezahlt werden soll sie laut Kreiskämmerer Karl-Hans Ganseuer teils aus Eigenkapital, teils mit Krediten. Ob es bei 30 Millionen Euro bleibt oder ob die Sanierung noch teurer - oder eben günstiger - wird, vermochte gestern keiner der Verantwortlichen zu sagen.

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