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Mittelaltermarkt in Siegburg
Besucher genießen die Auszeit - Finale im Samstag
Von Antonia Clausen
SIEGBURG. Am Samstagabend geben sie noch mal alles: Mit Maskenumzug und großem Spektakel feiern Kramer, Zunft und Kurtzweyl mit der "Rauhnacht" das fulminante Finale des 22. Mittelalterlichen Markts in Siegburg. Dieser ganz andere Weihnachtsmarkt gehört mittlerweile so sehr zur Stadt dazu, dass die Truppe um Büttel und Marktvogt sich wie zu Hause fühlt.
Siegburger Wahlverwandtschaft: Kramer, Zunft und Kurtzweyl ziehen Bilanz. Foto: Antonia Clausen
"Am ersten Tag, als ich zum Aufbauen mit meinem Kleinlaster nach Siegburg reingefahren bin, hab ich nach dem Einparken eine E-Mail auf meinem Handy gehabt", erzählte (Mokka-)Martin Rath. Der Inhalt: "Martin, ich habe dich gerade vorbeifahren sehen. Herzlich willkommen."
Willkommen fühlen sie sich durch die Bank, vom Gaukler bis zum Gewürzhändler. Und sogar noch ein bisschen mehr als in den Jahren zuvor. "Dieses schöne Gefühl geben wir gerne weiter, und ich habe den Eindruck, die Leute mögen das und kommen auch deshalb immer wieder", freute sich Wolfgang Struchdrup alias Büttel Molinarius. Dementsprechend positiv fiel eine erste Bilanz aus, die der harte Kern der fast 50-köpfigen Mannschaft beim gemeinsamen Frühstück zog. "Wir treffen uns morgens eigentlich immer im Museumscafé, trinken gemeinsam Kaffee und bereiten uns auf den jeweiligen Tag mit dem jeweiligen Programm vor", so Struchdrup.
Das ist auch nötig - denn der Besucherandrang ist in diesem Jahr noch größer geworden. "So viele Menschen, wie am Eröffnungssamstag hier waren, hab ich auf dem Siegburger Marktplatz noch nie erlebt", erinnerte sich Rath. Aber auch die Buchungszahlen der Führungen für Schülergruppen, Erwachsene oder Kindergeburtstagsgesellschaften sprechen für sich: "Jeden Tag drei bis vier Schülergruppen, fast jeden Tag Reisebusse aus den Niederlanden.
Ich hatte sogar einen Gast aus Cincinnati hier, da habe ich meine Show auf Englisch gemacht - geradebrecht, wir haben alle sehr gelacht", berichtete Michael Wolf, der als "Lupus" mit seiner Jonglage und seinen Sprüchen die Besucher selbst bei Nieselregen vor die Bühne locken konnte.
"Die Menschen haben sich auf die Spektakel und die Konzerte gestürzt", bestätigte Struchdrup. "Ich hatte den Eindruck, dass sie mehr denn je diese Auszeit vom Alltag, die wir hier bieten, genossen haben." Ist es das Vertraute, das den Mittelalterlichen Markt zur Weihnachtszeit zu einem solchen Magneten auch für Siegburger macht? "Bestimmt hängt das damit zusammen, wir sind halt da, wir kennen unsere Besucher, einige kommen jeden Tag vorbei, und wenn es nur auf ein Schwätzchen ist", meinte Rath.
Viel gesprochen haben sie auch wieder mit denen, mit denen sie sich den Markt in der Stadtmitte teilen: den Händlern, die Obst, Gemüse, Blumen, Brot und Fisch anbieten. "Da klang schon heraus, dass eigentlich nichts dagegen einzuwenden wäre, die Platzlücken, die es hier noch gibt, zu füllen." Vielleicht zum Jubiläum der Truppe, zu der einer sagte: "Ihr gehört zur Familie Siegburg." Als Wahlverwandtschaft.
Die "Rauhnacht" mit Maskenumzug beginnt am Samstagabend um 20.30 Uhr und dauert bis Mitternacht. Bis 24 Uhr haben heute Siegburger Geschäfte geöffnet.
Artikel vom 22.12.2012
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