Ortsvorsteher Heinz-Willi Schäfer: Ein Kümmerer mit vielen Posten | GA-Bonn

Ortsvorsteher Heinz-Willi Schäfer

Ein Kümmerer mit vielen Posten

SANKT AUGUSTIN.  Es ist "sein" Dorf - Meindorf. "Schäferland" eben, wie der General-Anzeiger vor Jahren einmal titelte. Heinz-Willi Schäfer ist seit 1989 Ortsvorsteher in dem zweitkleinsten Sankt Augustiner Ortsteil an der Sieg. Jetzt macht er Schluss, nach 23 Jahren.
Meindorf: Heinz-Willi Schäfer am Ortseingang, wo derzeit der neue Supermarkt gebaut wird. Foto: Michael Lehnberg

Am Mittwoch wird der Sozialdemokrat im Stadtrat (18 Uhr, Rathaus) verabschiedet und sein Nachfolger gewählt. In seine Fußstapfen soll Peter Kespohl treten, einer der vielen Neubürger, die in den 90er Jahren in die neuen Wohngebiete am Lichweg gezogen sind.

"Ich finde das gut, dass ein Neubürger die Aufgabe übernimmt", sagte Schäfer. Das Schöne in Meindorf sei, dass Alteingesessene und Zugezogene immer aufeinander zugegangen seien. "Das stärkt die Gemeinschaft." Darum hat sich Schäfer immer bemüht, mit Erfolg. Das ganze Dorf protestierte gegen die Pläne der Bezirksregierung, das Siegufer zu entfesseln und der Sieg mehr Raum zu geben.

Mit der Folge, dass mittelfristig, Sport-, Spiel- und Grillplatz der Meindorfer an der Sieg hätten aufgegeben werden müssen. "Das haben wir gemeinsam verhindert", erinnert er sich an die 500 Meindorfer, die ihren Unwillen über die Pläne bei einer Bürgerinformation bekundet hatten. "Ortsvorsteher sein ist einfach tolle Aufgabe", sagt Schäfer. Aber er habe immer gesagt, mit 60 Jahren höre er auf. Am vergangenen Samstag hat er seinen runden Geburtstag groß gefeiert.

Heinz-Willi Schäfer ist das, was man einen "Kümmerer" nennt. Als der Sportverein Adler einen Trainingsplatz wünschte, ließe er unbürokratisch und nicht ganz gesetzeskonform im Sinne einer rheinischen Lösung den Erdaushub, der bei den Bauarbeiten des Wohngebietes Lichweg anfiel, ins Naturschutzgebiet abladen, um später Rasen einzusäen. Die Sache flog auf. Der Aushub musste wieder abtransportiert werden. Aber die Stadt und der Kreis waren sensibilisiert. "Heute haben wir dort den Trainingsplatz."

An einem Mangel an Aufgaben wird Schäfer nach seinem Rückzug nicht leiden. Der Tausendsassa hat noch so manches Pöstchen: Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, Vorsitzender der Awo Niederpleis, Stadtsportverbandsvorsitzender in Sankt Augustin, Vorsitzender des Männergesangvereins "Frisch Auf" Meindorf und geschäftsführender zweiter Vorsitzender des Kirchenvorstands Sankt Augustinus Menden.

Gleichwohl hofft er doch auf ein bisschen mehr Zeit, um mit seiner Frau die ein oder andere Reise zu machen und mit seinem Oldtimer, einem Triumph TR 7, an der ein oder anderen Rallye teilzunehmen.

Schäfer hat viel erreicht für sein Dorf, zuletzt die Ansiedlung des lang ersehnten Supermarktes. "Aber das ging alles nur nur mit der Hilfe der Meindorfer." Eines wäre er gerne geworden: stellvertretender Bürgermeister in Sankt Augustin. "Aber das habe ich nicht geschafft." Der Ur-Meindorfer hat es mittlerweile verschmerzt.

Auch, dass ihn Fraktion und Partei nach der Niederlage als Bürgermeisterkandidat gegen Klaus Schumacher im Jahr 2004 wie eine heiße Kartoffel fallen ließen. Er musste den Fraktionsvorsitz aufgeben, den er 13 Jahre inne hatte. "Jetzt bin ich froh drum." Eines aber ist klar: "Sein" Meindorf wird immer "sein" Meindorf bleiben.

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