Serratia-Keim in der Sankt Augustiner Kinderklinik: Die Keim-Quelle bleibt unklar | GA-Bonn

Serratia-Keim in der Sankt Augustiner Kinderklinik

Die Keim-Quelle bleibt unklar

RHEIN-SIEG-KREIS.  Die Suche nach der Quelle des Serratia-Keims, der Ende 2012 in der Kinderklinik Sankt Augustin aufgetreten war, hat zu keinem Ergebnis geführt.
In der Kinderklinik Sankt Augustin war Ende 2012 der Serratia-Keim aufgetreten.
								Foto: Axel Vogel
In der Kinderklinik Sankt Augustin war Ende 2012 der Serratia-Keim aufgetreten. Foto: Axel Vogel

Mehrere hundert Abstriche sind in der Klinik genommen und von einem mikrobiologischen Institut untersucht worden. "Es ist aber unklar, wie der Keim dort hingekommen ist", sagte Kreissprecherin Rita Lorenz am Montag.

Der Keim war auf der Neugeborenen-Station aufgetreten und hatte bei fünf Frühgeborenen eine Bindehautentzündung an den Augen ausgelöst. Die Babys sind erfolgreich mit einem Antibiotikum behandelt worden. "Danach ist der Keim in der Kinderklinik nicht wieder aufgetreten", so Lorenz.

Bei dem Keim habe es sich nicht um einen gefährlichen Darmkeim gehandelt. Das Auftreten des Serratia-Keims muss an das Kreisgesundheitsamt gemeldet werden. Dieser Pflicht war die Kinderklinik auch umgehend nachgekommen. Bedrohlich war die Situation laut Kreis nicht.

Das Kreisgesundheitsamt geht indes nicht nur meldepflichtigen Keimbefällen nach, sondern kontrolliert die Gesundheitseinrichtungen im Zuständigkeitsbereich jedes Jahr regelmäßig, ob die Hygiene- und Infektionsschutz-Bestimmungen auch eingehalten werden. 2012 wurden 89 Alten- und Pflegeheime, zwei Hospize, 46 Einrichtungen für ambulantes Operieren und 13 Privatkliniken, Tageskliniken und Reha- Einrichtungen untersucht.

"Daneben gibt es zudem eine regelmäßige Kommunikation mit den Hygienefachkräften der Einrichtungen", sagte Bernd Ehrich, Leiter des Kreisgesundheitsamtes. Zu dem jährlichen Gespräch inklusive Begehung der Einrichtungen kommen in der Regel mit den Vertretern des Kreisgesundheitsamtes der Verwaltungschef der jeweiligen Einrichtung, die ärztliche Leitung, der Krankenhaushygieniker, die hygienebeauftragten Ärzte, die Hygienefachkräfte sowie die technische Leitung zusammen.

Dann werden durchgeführte Änderungen im baulichen, strukturellen oder personellen Bereich sowie die aktuelle Situation besprochen, die Infektions- und Resistenzstatistiken werden abgefragt und erläutert, künftig auch der Antibiotikaverbrauch. Danach findet eine Hausbegehung statt, bei der die konkreten Hygienemaßnahmen zum Schutz vor Infektionen begutachtet und kontrolliert werden.

"Auf drei Bereiche legt die Prüfung besonderes Augenmerk: auf die baulichen Voraussetzungen, die unmittelbaren Hygienemaßnahmen und auf die systematische und kontinuierliche Überwachung von Erkrankungen sowie Todesfällen", erläuterte Erich.

Dabei werde überprüft, ob die Träger dieser Einrichtungen ihren gesetzlichen Pflichten zum Infektionsschutz nachkommen. Weiterhin werden die innerhalb der Einrichtungen entwickelten Maßnahmen, wie etwa Händehygiene, Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen, begutachtet. Zudem wird kontrolliert, ob in Hygienefragen ausreichend speziell ausgebildetes ärztliches und pflegerisches Personal vorhanden ist.

Dessen Aufgabe ist es, bei Risikopatienten systematisch nach Krankheitserregern zu suchen und festzustellen, ob sie auf Antibiotika nicht mehr so gut ansprechen und falls nötig entsprechend isoliert werden müssen. Hierzu gehört auch zu prüfen, ob eventuell gehäuftes Auftreten von problematischen Keimen oder Krankheitsausbrüchen, wie vom Gesetz gefordert, an das Kreisgesundheitsamt gemeldet werden. Zudem wird das Hygieneverhalten von Personal und Ärzten kontrolliert.

Im Kampf gegen multiresistente Keime hat der Rhein-Sieg-Kreis seit 2010 mit den Städten Bonn und Köln sowie sämtlichen benachbarten Kreisen ein Netzwerk gegründet, das "mre-netz regio rhein-ahr". Dort werden unter der Leitung des Hygieneinstitutes der Universität Bonn gemeinsame Strategien entwickelt.

So wird aktuell eine Zertifizierung sämtlicher Krankenhäuser durchgeführt, die zum Erwerb eines Qualitätssiegels führen kann. Anhand dieses Siegels kann jeder Patient erkennen, ob die im gesamten Netzwerkgebiet vereinbarten Hygienestandards in dem jeweiligen Haus eingehalten werden. Die Siegelvergabe wird im Herbst 2013 erfolgen. Im Anschluss daran ist eine Zertifizierung der Alten- und Pflegeheime geplant.

Die Internetseite des Netzwerkes http://www.mre-rhein-ahr.net bietet aktuelle Informationen zum Hygiene- und Infektionsschutz.

Weitere Artikel aus der Rubrik
Abo-Bestellung

Leserfavoriten

Anzeige

Meistgelesen