Tödlicher Unfall in Sankt Augustin: 85-jähriger Demenzkranker wurde von Straßenbahn überfahren | GA-Bonn

Tödlicher Unfall in Sankt Augustin

85-jähriger Demenzkranker wurde von Straßenbahn überfahren

SANKT AUGUSTIN.  Ein tragischer Unfall am Straßenbahnübergang Richthofenstraße in Hangelar bewegt die Gemüter: Trotz heruntergelassener Schranken hatte am Mittwochvormittag ein 85-jähriger Mann versucht, den Bahnübergang zu überqueren. Dabei war er von einem Zug der S 66 erfasst worden.

Wie die Polizei mitteilte, litt der Mann an Demenz. Der Senior geriet unter die S-Bahn und starb an der Unfallstelle. Vier Personen wurden laut Feuerwehrsprecher Marcus Faak in Zusammenhang mit dem Unfall verletzt. Wegen des Unglücks musste die Strecke rund drei Stunden lang komplett gesperrt werden.

 Zu dem Unglück war es um 10.42 Uhr gekommen. Nach dem, was die Siegburger Polizei bislang weiß, war der Senior in Richtung der Stadtbahn-Haltestelle Hangelar-Mitte unterwegs. Zeugen schilderten der Polizei, dass der Mann kurz vor den geschlossenen Bahnschranken an der Richthofenstraße den Gehweg verlassen hatte, um durch die Lücke zwischen den beiden Halbschranken auf die Gleise zu gelangen. Wenige Augenblicke später wurde er von der Bahn in Fahrtrichtung Bonn erfasst. Auch eine Notbremsung des 49-jährigen Fahrers konnte den Unfall nicht mehr verhindern.

Besonders dramatisch war: Die 70 Jahre alte Ehefrau des Seniors hatte sich zur Unfallstelle aufgemacht, weil sie auf der Suche nach ihrem demenzkranken Mann war. Am Straßenbahnübergang wurde sie dann mit der Nachricht seines Todes konfrontiert. Wie Feuerwehrsprecher Faak erklärte, erlitt die Frau einen Schock und musste von einem Notfallseelsorger betreut werden. Seelischen Beistand brauchte zudem der S-Bahn-Fahrer.

Mann in Hangelar von Straßenbahn überfahren
 

Eine 53 Jahre alte Bonnerin, die sich in der Bahn befunden hatte, erlitt nach Aussage der Polizei durch die Notbremsung so starke Kopfverletzungen, dass sie in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Wegen eines Bandscheibenvorfalls, den er während des Einsatzes erlitten hatte, musste zudem noch ein Feuerwehrmann vom Rettungsdienst betreut werden. Während der Zeit der Streckensperrung hatten die Bonner Stadtwerke einen Ersatzdienst mit Bussen eingerichtet.

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