Rheinbach: Arzneimittel als Kamelle im Karnevalszug geworfen | GA-Bonn

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Arzneimittel als Kamelle im Karnevalszug geworfen

RHEINBACH.  Arzneimittel anstelle von Kamellen: Im Rheinbacher Karnevalszug am Veilchendienstag sollen von einer teilnehmenden Gruppe apothekenpflichtige Präparate geworfen worden sein. Der Festausschuss warnt vor dem Brausepräparat. Die Einnahme ist laut Kreis in geringer Menge unbedenklich.

Arzneimittel anstelle von Kamellen: Im Rheinbacher Karnevalszug am Veilchendienstag sollen von einer teilnehmenden Gruppe apothekenpflichtige Präparate geworfen worden sein. Ein Familienvater hatte den Vorsitzenden des Rheinbacher Festausschusses, Jörg Orth, am Aschermittwoch informiert. Der Vater hatte unter den Kamellen seines Sohnes das Brausepräparat Sandocal/D 1000 mg gefunden.

Er habe alle 38 Gruppen des Rheinbacher Karnevalszugs angeschrieben, um herauszufinden, wer das Präparat geworfen hat, so Zugorganisator Orth. Außerdem habe er das Gesundheitsamt des Rhein-Sieg-Kreises eingeschaltet, das laut Pressestelle derzeit auch damit beschäftigt ist, den Verursacher zu finden. Das nicht verschreibungspflichtige, aber apothekenpflichtige Mittel wird laut einer Kreissprecherin dazu eingesetzt, Mängel von Calcium und Vitamin D bei älteren Menschen zu beseitigen oder Osteoporose vorzubeugen.

Der Festausschuss warnt auf seiner Internetseite davor, dass der Gebrauch dieses Mittels für Kleinkinder gefährlich sein könnte. Die Kreissprecherin erklärte auf Anfrage, das Präparat sei zwar nicht für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche geeignet, eine einmalige Einnahme sei in der Regel aber folgenlos. Auch eine größere Menge, etwa vier oder fünf Portionen des Granulats, seien unbedenklich.

Bei einer dauerhaften überhöhten Einnahme - etwa ab einer täglichen Dosis von zwei oder drei Portionen innerhalb einer Woche - könne es zu Überdosierungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen oder Verstopfung kommen. In diesen Fällen solle ein Arzt aufgesucht werden. Die Erziehungsberechtigten seien aber ohnehin dazu angehalten, die Karnevalsschätze ihrer Kinder zu prüfen.

In welcher Menge Sandocal im Rheinbacher Zug geworfen worden ist, sei noch nicht klar, so die Sprecherin. Wenn die Verursacher gefunden würden, drohe ihnen ein Bußgeld. Die Abgabe eines apothekenpflichtigen Mittels außerhalb der Apotheke sei eine Ordnungswidrigkeit.

Auch Jörg Orth kündigte Konsequenzen an: "Die Verursacher werden in Rheinbach in keinem Zug mehr mitgehen." Er erwarte, dass die Gruppe sich bei den Betroffenen entschuldige. Und: "Wir wollen die Zugordnung verschärfen."

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