Mord in Meckenheim: Einsatzhundertschaft durchforstet Gebiet um die Straße "Im Ruhrfeld" nach Tatwaffe | GA-Bonn

Mord in Meckenheim

Einsatzhundertschaft durchforstet Gebiet um die Straße "Im Ruhrfeld" nach Tatwaffe

MECKENHEIM.  Die 87-jährige Frau, die am Montagmittag leblos in ihrer Wohnung in Meckenheim gefunden wurde, ist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Das bestätigte nach der Obduktion der Frau die Polizei am Dienstagmittag. Seit dem Morgen liefen in der Umgebung des Tatortes die Ermittlungen der Beamten auf Hochtouren.
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Aus Aachen angerückt: Beamte einer Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei suchen die Umgebung des Tatortes in Meckenheim nach Spuren ab.
												Foto: Axel Vogel

Aus Aachen angerückt: Beamte einer Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei suchen die Umgebung des Tatortes in Meckenheim nach Spuren ab. Foto: Axel Vogel

Eine Anwohnerin hatte laut Bericht die 87-jährige Frau am Montag gegen 11.50 Uhr in deren Wohnung Im Ruhrfeld gefunden. Wie die Frau zu Tode kam und was das Motiv für die Tat ist, ist weiterhin völlig unklar.

Auf Grund der Gesamtumstände nahm die Bonner Mordkommission in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Bonn die Ermittlungen auf.

Um Licht in den Fall zu bringen, rückte am Dienstagmorgen gegen 9.30 Uhr eine Einsatzhundertschaft der Bereitschaftspolizei aus Aachen Im Ruhrfeld an. Stundenlang suchten die Polizisten rund um den Tatort Grünflächen und Büsche nach Spuren ab.

"Die Suche galt auch der Auffindung des Tatwerkzeuges", erklärte Kriminalhauptkommissar Frank Sothmann, der die Mordkommission leitet. Zudem würden auch die Befragungen von Anwohnern und Personen aus dem familiären Umfeld des Opfers fortgesetzt. Örtliche Bezirksdienstbeamten unterstützten die Ermittlungen: Sie waren im Polizeimobil unterwegs, um Hinweise aus der Bevölkerung entgegenzunehmen.

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Zu den genaueren Umständen des Verbrechens äußerten sich Mordkommission und Staatsanwaltschaft am Dienstag nicht. "Zur Todesursache und zur Auffindesituation machen wir derzeit keine Angaben", lässt sich der zuständige Staatsanwalt Ulrich Kleuser zitieren. Lediglich zur Tatzeit sagte er: "Es ist davon auszugehen, dass die allein lebende Frau am Montag zwischen 8.20 und 11.50 Uhr getötet wurde."

Die Frage, ob die Bereitschaftspolizisten bei der Suchaktion fündig geworden sind, wollte Robin Faßbender, Sprecher der Staatsanwaltschaft, ebenfalls nicht beantworten. "Das ist so ein klassischer Fall, wo wir mit Blick auf mögliches Täterwissen auch dazu nichts sagen werden", erklärte er. Zu Vermutungen, die Seniorin sei brutal erschlagen worden, stellte Faßbender klar: "Das ist reine Spekulation."

Derweil ist die Bestürzung über den Tod der 87-Jährigen vor Ort groß. Eine Anwohnerin, die angab, mit der Frau seit mehr als 20 Jahren bekannt zu sein, vermutete, dass der Bekannten zum Verhängnis geworden sein könnte, "dass sie zu jedem freundlich und nett war". Einer 48-jährigen Anliegerin war es wichtig, nicht wieder das ganze Viertel Im Ruhrfeld in Verruf zu bringen: "Wir sind hier ein ganz normales Wohngebiet, und ich habe hier auch keine Angst im Dunklen spazieren zu gehen."

Die Kripo bittet die Bevölkerung weiterhin um Mithilfe. Die Ermittler interessiert, wer am Montag zwischen 8.20 und 11.50 Uhr "Im Ruhrfeld" und angrenzenden Straßen verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat. Hinweise werden erbittet die Polizei unter der Nummer 0228/150.

Kurz gefragt:
"Ich bin bestürzt und betroffen" - Bürgermeister Spilles zur Tat und zur Sicherheit. Erst die Einbruchserie, jetzt das Tötungsdelikt in Meckenheim - über die Sicherheitslage in der Stadt sprach Silke Elbern mit Bürgermeister Bert Spilles.

Können Sie verstehen, dass viele Meckenheimer beunruhigt sind?
Bert Spilles: Dass solch eine Tat nicht dazu geeignet ist, das Sicherheitsgefühl zu steigern, ist klar. Ich bin bestürzt und betroffen, dass so etwas in unserer Stadt passiert.

Sind Sie zufrieden mit der Polizeipräsenz?
Spilles: Wir Bürgermeister waren ja beim Innenminister, weil wir uns eine Verstärkung der Polizeipräsenz wünschen. Es darf keine polizeifreien Räume geben, auch wenn ich nachvollziehen kann, dass es nicht genug Personal gibt. Aber dann muss es anders eingesetzt werden. Denn ich sehe nicht ein, dass große Sportvereine für Veranstaltungen unsere Sicherheitskräfte bekommen.

Was tut die Stadt für die Sicherheit?
Spilles: Wir haben schon vor längerem ein Konzept aufgestellt und zum Beispiel den Ordnungsaußendienst verstärkt. Außerdem gibt es die Ordnungspartnerschaft mit den Bezirksbeamten.

Wie steht es um den Kriminalpräventiven Rat?
Spilles: Die Lenkungsgruppe tagt am 19. November. Dabei überlegen wir, wie alle Beteiligten noch enger zusammenarbeiten können. Außerdem berichten die einzelnen Arbeitsgruppen über ihre Aktionen. Am 3. Dezember bin ich auch bei der Bonner Sicherheitskonferenz der Bürgermeister dabei.

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