Meindorfer veröffentlicht Buch: Wie Europa vermessen wurde | GA-Bonn

Meindorfer veröffentlicht Buch

Wie Europa vermessen wurde

SANKT AUGUSTIN.  Das Vermessungswesen ist nicht nur seine Passion, es ist Beruf und Berufung zugleich. Obwohl der Meindorfer Hans Fröhlich mittlerweile in Pension gegangen ist, kann es der Professor für Landesvermessung nicht lassen, sich mit der Geschichte der Erdmessung zu beschäftigen.
Am Arbeitsplatz: Der Meindorfer Hans Fröhlich schreibt über die Geschichte der Vermessung. Foto: Michael Lehnberg

Sein drittes Buch mit dem Titel "Von Berg zu Berg - Wie Europa vermessen wurde" hat er nun vorgelegt. Darin zeigt er auf, wie der berühmte Geodät, Generalleutnant Johann Jacob Baeyer, versucht hat, die Größe und die Figur der Erde exakt zu bestimmen und Europa zu vermessen.

Dafür reiste er zwischen 1867 und 1877 von der niederländischen Grenze entlang des Rheins bis in die Schweiz, um eine Dreiecksnetz zu bestimmen. "Ist die Erde eine Kugel oder ein Ellipsoid?" Diese Frage wollte Baeyer, Gründer der Mitteleuropäischen Gradmessung, beantworten und die Lücke in der Breitengradmessung von Oslo bis Palermo schließen. Den Weg dahin schildert Fröhlich in seinem 76 Seiten starken Buch durchaus spannend, mit Akribie und interessanten Exkursen.

Ein Foto aus dem Jahr 1870, auf dem die Familie Bendemann abgebildet war sowie Baeyers Sohn Adolf, weckte das Interesse Fröhlichs. "Es brachte mich auf die Spur", sagte Fröhlich, und er begann zu recherchieren. Zuvor schon hatte er ein Buch über Hans Bendemann geschrieben mit dem Titel "Preußens letzte Kette - Aus dem Reisetagebuch des Hauptmanns Bendemann".

Das Original-Tagebuch des preußischen Hauptmanns Bendemann geriet mehr als 100 Jahre nach der Erstellung in die Hände Fröhlichs. 2010 lernte er dessen Enkelin kennen und bekam so Zugang zu weiteren privaten Aufzeichnungen, unter anderem entdeckte er in dem Nachlass Bendemanns auch das Foto mit Adolf Baeyer, der mit Bendemanns Schwester verheiratet war. "Das faszinierte mich einfach", berichtete Fröhlich.

Er selbst machte sich dann auf den Weg, die Gradmessungspfeiler an allen 37 Triangulationspunkten, die Johann Jacob Baeyer vermessen hatte, zu suchen. "Das ist mir nahezu geglückt", sagt Fröhlich nicht ohne Stolz. In dem Buch sind sie in Bildern festgehalten. Zu den Punkten gehörten etwa die Siegburger Abtei, die Löwenburg und die Nürburg, aber auch der Kölner Dom. "Ein Schild an einem gusseisernen Tisch im Dom weist heute noch auf diese Vermessung hin", so Fröhlich.

Das Buch "Von Berg zu Berg - Wie Europa vermessen wurde" ist im Selbstverlag erschienen und in der Bücherstube Sankt Augustin für 11,85 Euro zu haben.

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