Kindergarten in Rauschendorf: Nach Entlassung der Kiga-Leiterin - Stadt Königswinter kündigt der Kirche | GA-Bonn

Kindergarten in Rauschendorf

Nach Entlassung der Kiga-Leiterin - Stadt Königswinter kündigt der Kirche

KÖNIGSWINTER.  Die katholische Kirche wird demnächst nicht mehr Trägerin des Kindergartens in Rauschendorf sein. Mit sieben Ja-Stimmen bei vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschloss der Königswinterer Jugendhilfeausschuss am Montag in geheimer Abstimmung, den städtischen Vertrag mit der Kirche ordentlich zu kündigen.
Im Zentrum: Zuerst hat die Kirche der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht gekündigt, nun hat die Stadt der Kirche gekündigt. Das Foto entstand im März 2011.
								Foto: Frank Homann (Archiv)
Im Zentrum: Zuerst hat die Kirche der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht gekündigt, nun hat die Stadt der Kirche gekündigt. Das Foto entstand im März 2011. Foto: Frank Homann (Archiv)

Das heißt: Spätestens zum 1. August 2013 wird es in Rauschendorf einen Trägerwechsel geben. Wenn die Kirche einlenkt, könnte dies auch früher geschehen.

Rund 40 Besucher waren am Montagnachmittag in die Aula der Jugenddorf-Christophorus-Schule gekommen, um mitzuverfolgen, wie die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses diskutieren und entscheiden. Hintergrund ist bekanntlich die Kündigung, die die Kirche der Kindergartenleiterin Bernadette Knecht zum Sommer dieses Jahres ausgesprochen hat, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hat und nun mit einem neuen Partner zusammen lebt.

Die Stadtverwaltung hatte vor der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses vor einer außerordentlichen Kündigung des städtischen Trägervertrages mit der Kirche, wie sie der Elternbeirat gewünscht hat, gewarnt. Ein zerrüttetes Verhältnis möge zwar zwischen Eltern und dem kirchlichen Träger bestehen, dies lasse sich aber nicht auf das Vertragsverhältnis zwischen der Kirche und dem Jugendhilfeträger, also der Stadt, übertragen. "Insofern sieht die Verwaltung die Ausübung des außerordentlichen Kündigungsrechtes als nur schwerlich rechtlich begründbar und mit einem hohen Prozessrisiko behaftet", hieß es in der Vorlage zur Sitzung.

Dieser Argumentation schloss sich die Mehrheit im Jugendhilfeausschuss an - und hofft nun darauf, dass die Kirche ihre Trägerschaft schon in diesem Sommer abgibt. Dies sei besser als ein "juristischer Prozess mit ungewissem Ausgang", sagte etwa Richard W. Ralfs (Grüne).

Jörg Pauly (Freie und Linke) sah das anders. Die Vertrauensgrundlage auch zur Stadt sei spätestens entzogen, nachdem der Kirchengemeindeverband in einer offiziellen Stellungnahme auch den Namen des neuen Partners der Kindergartenleiterin genannt hat. Pauly: "Das halten wir für unanständig."

"Zumindest Licht am Ende des Tunnels" sah Peer Jung, Sprecher der Elternschaft, gestern nach der Entscheidung. Aber: "Für Frau Knecht ist das keine Lösung, zum 30. Juni läuft ihr Arbeitsverhältnis aus. Bis dahin hat sie nichts Greifbares." Es sei denn, die Kirche gibt die Trägerschaft über den Kindergarten schon vorher auf.

Diskutieren Sie im Blog mit GA-Redakteurin Katrin Janßen.

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