Firma Trommeschläger: Aus fürs Spielzeugparadies in Königswinter | GA-Bonn

Firma Trommeschläger

Aus fürs Spielzeugparadies in Königswinter

KÖNIGSWINTER.  Sie hat für Tausende glänzender Kinderaugen gesorgt. 56 Jahre lang gab es bei der Firma Trommeschläger alles, was Mädchen und Jungen sich wünschen. Das Spielzeugparadies an der Hauptstraße in Königswinter schließt am 31. Dezember. Damit gehen innerhalb kurzer Zeit die Lichter in drei alteingesessenen Läden in der Altstadt aus.
Seit 1981 hat das Spielwarengeschäft Trommeschläger seine Heimat in dem Fachwerkhaus an der Hauptstraße.
								Foto: Frank Homann
Seit 1981 hat das Spielwarengeschäft Trommeschläger seine Heimat in dem Fachwerkhaus an der Hauptstraße. Foto: Frank Homann

Am Winzerfest-Sonntag des Jahres 1956 eröffnete Familie Trommeschläger ihr erstes Geschäft in Königswinter. Kurts Eltern Käthe und Martin stammten aus Oberdollendorf, wo sie seit 1932 Kinderwagen, Fahrräder und Motorräder verkauften. In der Filiale an der Drachenfelsstraße Nummer 25 boten sie nun neben Kinderwagen alles, was Kinder glücklich macht und auch manchen Papa jubeln ließ, denn die Märklin-Eisenbahn war von Anfang an ein Renner.

Kurt Trommeschläger, der gerade 77 Jahre alt wurde, hat die Geschichte des Spielzeugs miterlebt. Eisenbahnen sind heute bei Kindern nicht mehr so gefragt. "Lokführer" werden heute meist ältere Herren, die die Eisenbahn als Sammlerstücke erwerben oder sich eine Landschaft aufbauen. Auch Puppenwagen oder Kaufläden befinden sich heute weniger oft auf der Wunschliste. Dagegen stehen Spiele wie "Mensch-ärgere-dich-nicht" weiter in der Gunst der kleinen Kundschaft.

1971 bezogen Kurt Trommeschläger und seine Frau Hildegard, die zu dem Zeitpunkt auch das Geschäft von den Eltern übernahmen, das Haus Nummer 400 an der Hauptstraße, ehe sie zehn Jahre später direkt gegenüber in das alte Fachwerkhaus aus dem Jahre 1678 wechselten. Es hatte die Brandschatzung durch die Franzosen 1689 als eines von ganz wenigen Häusern in Königswinter überstanden.

Die Trommeschlägers bauten an das uralte Gebäude an und schufen mit einer Verkaufsfläche von 300 Quadratmetern reichlich Platz für die Präsentation einer riesigen Spielzeugauswahl. Hildegard Trommeschläger, die im Frühjahr verstorben ist, war es, die sich immer rührend um die Kinder kümmerte und sie auch mit einer Kleinigkeit tröstete, wenn ein Wunsch mal nicht unmittelbar in Erfüllung ging.

Als Kurt und Hildegard Trommeschläger vor 40 Jahren ihr Geschäft ausweiteten, schlossen sie sich auch dem großen Einkaufsverband, der Vereinigung der Spielwarenfachgeschäfte Nürnberg, an. Sie besuchten Messen, waren immer auf dem aktuellen Stand in Sachen Plüschtiere, Puppen von Baby bis Barbie, Lego oder Playmobil, Eisenbahn oder Flug- und Schiffsmodelle.

Vom Technischen war Kurt Trommeschläger selbst immer sehr begeistert. Und er zeigte auch gern den Kunden draußen, wie das Schiff funktioniert oder gab Tipps für den Eisenbahnaufbau. Als die Elektronik immer mehr ins Kinderzimmer Einzug hielt, war der Spielzeugwarenhändler ebenfalls stets auf dem aktuellen Stand. Das Sortiment des Fachgeschäftes bestand aus einigen Tausend Artikeln. Etliche Jahre hatte das Unternehmen auch in Bad Honnef eine Filiale. Jetzt findet bei erheblichen Preisnachlässen der Ausverkauf statt.

Kurt Trommeschläger möchte nun seinen Ruhestand genießen. Viele Sonntage stand er im Geschäft. Darüber hinaus engagierte er sich für die Geschäftswelt von Königswinter, gründete vor fast 50 Jahren den Gewerbeverein mit, war selbst bis vor drei Jahren der Vorsitzende. Er initiierte außerdem die Weihnachtsbeleuchtung. Was er sich für die Zukunft wünscht? Für die Altstadt mehr Besucher, mehr Attraktivität. Und natürlich einen Nachmieter für sein Ladenlokal.

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