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Vermisste Eitorferin Sandra D.
Die Polizei schließt einen Mord nicht mehr aus
Von Axel Vogel
EITORF/BONN. Mannschaftstransporter mit 100 Bereitschaftspolizisten aus Wuppertal rückten am Mittwoch um 10 Uhr in Eitorf-Bach an. Im benachbarten Krabachtal machten sich die Polizisten bei Regen auf die Suche nach Sandra D.
Die 42-jährige Mutter von zwei Kindern wird schon seit rund acht Wochen vermisst. Die Polizei schließt nicht mehr aus, dass die Eitorferin Opfer eines Verbrechens geworden ist.
Mit der Suchaktion, die sich bis in den Nachmittag hinzog, scheint klar: Im Fall der vermissten Sandra D., die in Bach gewohnt hat, zeichnet sich eine Wende ab. Lange war man im Zuge der Ermittlungen durch die Polizei Siegburg von einer möglichen Eigengefährdung der 42-Jährigen ausgegangen.
Wegen ihrer Angstzustände befürchteten die Ermittler geraume Zeit, die Frau habe sich etwas angetan. Eine aufwendige Suche, bei der auch Spürhunde eingesetzt wurden, blieb erfolglos.
"Der Anfangsverdacht einer Selbsttötung hat sich nicht erhärtet", bekräftigte am Mittwoch Frank Piontek, Sprecher der Bonner Polizei. Man könne jetzt nicht mehr ausschließen, "dass die 42-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist". Eine Mordkommission habe die Ermittlungen übernommen.
Piontek räumte aber ein: "Wir haben keine konkreten Hinweise auf ein Tötungsdelikt." Viel mehr hätte die Ermittler "ein Bauchgefühl" zum Handeln veranlasst. Wie Piontek weiter sagte, sei dies auch eine Konsequenz aus dem "Fall Trudel Ulmen". Wie mehrfach berichtet, hatten erst die Recherchen des GA-Reporters Wolfgang Kaes im Frühjahr mit dazu beigetragen, dass die Polizei den Fall der lange als vermisst geltenden Arzthelferin wieder aufrollte.
Das Schicksal von Sandra D. ist noch unklar. Was die Polizei weiß: Die Frau wird seit dem 9. September vermisst. Zuletzt gesehen hatte man die Supermarkt-Kassiererin einen Tag zuvor, am Samstag, 8. September. Damals verließ sie um kurz nach 22 Uhr ihre Arbeitsstelle in Eitorf, dann verliert sich ihre Spur.
Die Erklärung, dass die 42-Jährige Suizid begangen hat, hält auch eine Nachbarin für abwegig: "Die Frau hätte niemals ihre Kinder verlassen", betonte Sylvia Emans. Zudem habe sie bei ihr keine auffälligen Gemütsschwankungen feststellen können. Das Gegenteil sei der Fall gewesen: "Die Frau verströmte viel Lebensfreude." Da ihr auch an der Partnerschaft der Vermissten nichts aufgefallen sei, ist Sylvia Emans das Verschwinden ein Rätsel.Nach GA-Informationen hat die Polizei jedoch Anhaltspunkte dafür, dass es offenbar um die Beziehung von Sandra D. nicht zum Besten stand. So soll sie bereits eine andere Wohnung gehabt haben, was einen Selbstmord eher unwahrscheinlich erscheinen lasse.
Die Polizei bittet um Hilfe. Wer Sandra D. seit dem 9. September gesehen hat oder Angaben zu ihrem Aufenthaltsort machen kann, soll sich melden. Die Vermisste ist etwa 1,78 Meter groß, schlank, blond und hat schulterlange Haare. Hinweise nimmt die Polizei unter 0228/150 entgegen.
Artikel vom 07.11.2012
Rhein-Sieg-Kreis
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