Bussicherheitstraining in Bornheim: Schlangestehen geht schneller | GA-Bonn

Bussicherheitstraining in Bornheim

Schlangestehen geht schneller

BORNHEIM.  Fünftklässler der Europaschule absolvierten mit Schulscouts der RVK ein Bussicherheitstraining. Auf dem Busplatz vor der Schule erfuhren rund 30 Schüler gleich zu Beginn, wie wichtig der richtige Abstand zur Bordsteinkante ist.
Schön Abstand halten: Die Kinder der Europaschule üben richtiges Verhalten an der Haltestelle und im Bus.
								Foto: Wolfgang Henry
Schön Abstand halten: Die Kinder der Europaschule üben richtiges Verhalten an der Haltestelle und im Bus. Foto: Wolfgang Henry

Kaum ist der Unterricht zu Ende, beginnt an den Bushaltestellen das Gedrängel. Die Folge: Häufig entstehen gefährliche Situationen, mitunter werden Kinder verletzt. Dem sollen Busschulungen vorbeugen, die seit einigen Jahren an der Europaschule in Bornheim mit Schülern der fünften Klassen vom Verkehrsunternehmen Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) durchgeführt werden.

"Wir möchten die Schüler sensibilisieren und ihnen damit auch die Angst vor dem Busfahren nehmen", sagte gestern RVK-Schulscout Abram Gehl, der mit Kollege Ismail Güven das Training durchführte.

Auf dem Busplatz vor der Schule erfuhren rund 30 Schüler der Klasse 5 d gleich zu Beginn, wie wichtig der richtige Abstand zur Bordsteinkante ist: Als Ismail Güven mit dem Schulungsbus die Haltestelle anfuhr, demonstrierte er was passiert, wenn der Busfahrer einem Hindernis ausweichen muss. Und dafür musste "Tonni" ran, ein etwa einen Meter hoher Kanisterdummy.

Dass die vordere rechte Kante des ganz langsam rollenden Busses den ganz nah an der Straße stehenden "Tonni" erwischt und umstößt, ließ die Kinder staunen. "Zukünftig werde ich immer ganz viel Abstand zur Straße halten", sagte daraufhin Marvin. Zwar hatten die Schüler bereits in einer Theoriestunde gelernt, wie man sich angemessen an Haltestellen verhält.

Dennoch sorgte die Vorführung bei den Fünftklässlern für große Aufregung. "Es ist wichtig, den Kindern die Gefahren vor Augen zu führen, damit sie es besser begreifen können", erklärte Güven.

Auf dem Stundenplan stand an diesem Tag außerdem: angemessenes Verhalten im Bus, das Vermeiden von Unfällen, das richtige Verhalten bei einem Brand sowie Sozialverhalten. In einem Wettspiel merkten die Fünftklässler schnell, dass es nicht nur sicherer und angenehmer ist, sondern auch schneller geht, wenn man nacheinander in den Bus steigt und dabei den sperrigen Ranzen in die Hand nimmt.

Und so saß die Gruppe, die sich das englisch-disziplinierte Schlangestehen zum Vorbild nahm, schon gemütlich auf den Sitzen, während an der vorderen Türe noch munter weiter gerangelt, gedrängelt und geschrien wurde. "Das ist das letzte Mal, dass ihr das durftet", mahnte Gehl die Schüler anschließend.

Dass auch der lange Bremsweg des Busses Gefahren birgt und Busfahrer trotz guter Rückspiegel einen toten Winkel im Blickfeld haben, war für viele Schüler neu. "Jetzt verstehe ich, warum der Bus manchmal einfach fährt, obwohl ich von hinten angelaufen komme", sagte Benjamin.

Am Ende des Trainings griffen die Schulscouts zu einer "pädagogisch wertvollen Abschreckung". Gehl warf dem anfahrenden Bus einen kleinen Kanister vor die Reifen. Was übrigblieb: ein plattes "Etwas". "So ein Bus wiegt zehn Tonnen. Ihr seht, wie schlimm die Auswirkungen sind, wenn ihr mit dem Fuß unter einen Reifen kommt", erklärte Gehl. In drei Wochen will er das Gelernte noch einmal abfragen.

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