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Norbert Ehring aus Bornheim
Hobby-Astronom entdeckte einen Asteroiden
Von Ulrike Sinzel
BORNHEIM. Ein bisschen spektakulärer hatte sich Norbert Ehring die Antwort auf seine Entdeckung schon vorgestellt. Immerhin kommt es nicht alle Tage vor, dass man einen Kleinplaneten ausmacht, der zuvor nirgends auf der Welt registriert wurde.
Die Sternwarte im Garten hat der ehemalige Fluglotse Norbert Ehring selbst konstruiert. Das Dach kann zur Seite gerollt werden. Foto: Ulrike Sinzel
"Ehr 004 J98A00H" lautete die knappe E-Mail-Mitteilung des an der amerikanischen Harvard University in Boston angesiedelten Minor-Planet-Center (MPC), wohin der Bornheimer seine Daten geschickt hatte. Ohne weitere Erläuterungen, Glückwünsche oder sonstige Informationen.
"Da hab' ich doch noch mal nachgefragt, ob das nun heißt, dass ich den Kleinplaneten wirklich entdeckt habe", erzählt Ehring. Die diesmal noch knappere Antwort des MPC lautete: "Yes" - "ja".
Das war 1997. Inzwischen hat der Hobby-Astronom fünf Kleinplaneten - auch Planetoide oder Asteroide genannt - entdeckt und kennt die nüchterne Prozedur. Gerade sind die Namen für seine beiden jüngsten Entdeckungen offiziell vom MPC veröffentlicht worden.
Es geht dabei um einen etwa fünf bis zehn Kilometer große Brocken im All. Mehr als 100 Millionen Kilometer von der Erde entfernt kreisen diese Kleinplaneten - selbst bei klarem Nachthimmel nicht mit bloßem Auge sichtbar - um die Sonne.
Einer der Planetoiden im sogenannten Asteroidengürtel, einer Ansammlung von Gesteinsbrocken, die zwischen den Planeten Mars und Jupiter durchs All rasen, trägt nun dank Ehring den Namen "Brenig".
In der Neujahrsnacht 1998 hat er ihn in seiner selbst gebauten Garten-Sternwarte entdeckt. "Eigentlich wollte ich ihn 'Bornheim' nennen. Das wurde wegen der Ähnlichkeit zu dem Objekt 'Bornholm' abgelehnt." So kam er auf den Namen "Brenig".
Die Ironie der Geschichte: Die Grenze zu Bornheim verläuft heute so, dass Norbert Ehrings Haus gar nicht mehr zu Brenig, sondern zu Bornheim gehört. Den Breniger Ortsvorsteher Heinrich Hönig freut's trotzdem: "Ich bin ganz stolz und fasziniert", sagte der stellvertretende Bürgermeister, und regte an, die Urkunden im Stadtarchiv aufzubewahren.
Offizielle Urkunden hat der ehemalige Fluglotse Ehring zwar nie bekommen - das Objekt wird lediglich in einem Verzeichnis des MPC eingetragen. Doch der 75-Jährige gestaltete mit Hilfe seiner Frau Theresia Luzia - nach der er schon 2004 den Asteroiden "Thereluzia" benannt hat - Urkunden für seine Enkel.
Denn den zuletzt, im Jahr 1999 im Sternbild "Pegasus" entdeckten Brocken, hat er als Geschenk an seine Enkel "Aljuroa" getauft. Das Kunstwort setzt sich aus den Namen seiner Enkelkinder Alexandra, Juri, Robin und Marlene zusammen. Dass Ehring die Asteroiden entdeck hat, war Zufall: "Ich habe die Bahn eines anderen Kleinplaneten verfolgt", erinnert er sich an seine erste Entdeckung.
Dabei war ihm ein weiteres Objekt aufgefallen, das sich viel schneller als die Fixsterne fortbewegte. Er hielt es zunächst für einen schon bekannten Planetoiden. Beim Auswerten der Bahndaten wurde ihm dann klar: "Das war ein noch unbekannter Kleinplanet."
Dass er noch weitere Planetoiden entdeckt, hält Ehring für unwahrscheinlich. "Heute ist das viel schwieriger, die Profis lassen mit ihren riesigen Instrumenten kaum noch etwas aus. Sie 'staubsaugen' den Himmel regelrecht ab", ist seine Erfahrung.
Artikel vom 09.11.2012
Rhein-Sieg-Kreis
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