Schäden von Hersel bis Widdig: Das Rheinufer wird untersucht | GA-Bonn

Schäden von Hersel bis Widdig

Das Rheinufer wird untersucht

BORNHEIM.  Die detaillierte Untersuchung hat begonnen: Mit Bohrungen und Grabungen geht die Bezirksregierung Köln derzeit den Schäden des Bornheimer Rheinufers in Hersel, Uedorf und Widdig auf den Grund.
Das Rheinufer zwischen Hersel und Widdig gilt als potenziell gefährlich. Deshalb erfolgt nun eine Analyse.
								Foto: Wolfgang Henry
Das Rheinufer zwischen Hersel und Widdig gilt als potenziell gefährlich. Deshalb erfolgt nun eine Analyse. Foto: Wolfgang Henry

"Aktuell finden Vermessungen und geotechnische Erkundungen vor Ort statt. Diese werden Grundlage für detaillierte geotechnische Berechnungen, einen Bericht zum tatsächlichen Gefährdungspotenzial und zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für eine eventuell erforderliche Böschungssanierung", sagt Oliver Moritz, Pressesprecher der Bezirksregierung, auf GA-Anfrage.

Nachdem das Rheinufer von Hersel bis Widdig - zwischen Fließ-Kilometer 661,000 und 664,500 - als potenziell gefährdet eingestuft worden war, hatte die Bezirksregierung den Abschnitt vor etwa zwei Jahren provisorisch sichern lassen. Die Kosten von etwa 1,4 Millionen Euro dafür teilten sich Bund und Land je zur Hälfte.

Die Ursachen für das potenzielle Standsicherheitsrisiko sind nach wie vor strittig: Viele Anwohner und das Land NRW gehen davon aus, dass die Schifffahrt für die Schäden verantwortlich ist; die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes bestreitet dies jedoch.

"Nach Abschluss der Untersuchung wird man sich darauf verständigen müssen, wie es weitergeht - vielleicht auch gerichtlich", sagte Bornheims Beigeordneter Manfred Schier mit Blick auf die Kostenverteilung. Bei einem Gesprächsabend im Sommer hatten einige Anwohner die Befürchtung geäußert, bei der schlussendlichen Sanierung womöglich selbst zur Kasse gebeten zu werden.

Eine Antwort darauf sowie auf die Frage nach den Ursachen gibt die Bezirksregierung derzeit noch nicht: "Die Untersuchungen dienen nicht zur Feststellung der Schadensursachen, sondern lediglich der Grundlagenermittlung für die weiteren Berechnungen, Bewertungen und erforderlichen Sanierungen. Die Kosten für die Untersuchungen und Gutachten trägt das Land NRW", so Sprecher Moritz.

Schier rechnet damit, dass die derzeitigen Untersuchungen im Frühjahr abgeschlossen sind. "Im Sommer liegen dann die Ergebnisse zur weiteren Besprechung vor", stellt er in Aussicht.

Was die Beteiligung von Stadt und Bürgern betrifft, sieht Schier keinen Grund zur Beanstandung. "Es ist halt nur ein langwieriger Prozess", beklagt er.

Die derzeitigen Untersuchungen gehen teils auch mit erheblichen Verkehrsbehinderungen einher. So hat die Verwaltung abschnittsweise Tonnage-Beschränkungen verhängt, so dass beispielsweise Müllfahrzeuge nicht mehr überall passieren können.

Zum aktuellen Stand der Maßnahmen informiert die Bezirksregierung unter dem Suchbegriff "Bornheimer Rheinufer" auf ihrer Homepage unter: www.bezreg-koeln.nrw.de.

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