Adenauerhaus in Rhöndorf: Wie Adenauer mit seiner Familie am Tannenbaum feierte | GA-Bonn

Adenauerhaus in Rhöndorf

Wie Adenauer mit seiner Familie am Tannenbaum feierte

RHÖNDORF.  Anna Marlene Dresbach durfte sich fühlen wie der Bundeskanzler. Die Fünfjährige saß auf jenem Platz, den Konrad Adenauer stets einnahm, wenn er im Kreise der Familie im Wohnzimmer Weihnachten feierte und war so etwas wie der Star in der Runde.
Feier an Adenauers Krippe, die dieser 1906 in Würzburg erworben hatte: Die Teilnehmer schauen und lauschen andächtig. Foto: Frank Homann

Erst am zweiten Feiertag hatten die Adenauers wieder ihr dem Urahn einst gegebenes Versprechen eingelöst, sich immer Weihnachten am Tannenbaum in Rhöndorf zu versammeln. Mittlerweile sind es 113 Personen aus fünf Generationen.

Tradition haben auch bereits die Krippenfeiern, die von der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus im Domizil des ersten Kanzlers in der Woche bis zum Fest der Heiligen Drei Könige durchgeführt werden. Wilhelm Rölver las zum Auftakt aus Berichten der Adenauer-Kinder und von Sekretärin Anneliese Poppinga, die darstellten, wie geheimnisvoll es im Hause Adenauer zuging.

Als die Kinder noch klein waren, deuteten Lamettafäden in der Vorweihnachtszeit auf der Treppe an, dass nachts wohl ein Englein dagewesen sein musste. Adenauer-Tochter Libet Werhahn schilderte, wie enttäuscht sie zunächst war, als das heiß ersehnte Fahrrad nicht bei den Geschenken stand und wie glücklich, als die Mutter sie während der Bescherung in den Nebenraum führte und der Wunsch doch in Erfüllung ging.

Vom Moosholen im Siebengebirge für die Krippenlandschaft erfuhren die Teilnehmer ebenso wie von der Herkunft der Krippe. Adenauer hatte die alten Figuren 1906 bei einem Händler in Würzburg erworben.

Wilhelm Rölver trug auch den Bericht von Adenauers Gattin Gussie vor, die ihren Mann mit den Kindern 1933 im Kloster Maria Laach besuchte, wo er für ein Jahr Zuflucht vor den NS-Machthabern gesucht hatte. Auch die Krippenfiguren hatte sie im Gepäck. Anneliese Poppinga schrieb dazu: "Für Adenauer waren mit der Krippe viele Erinnerungen verknüpft."

Zum Abschluss las Rölver aus den Weihnachtsansprachen Adenauers an das Volk 1951 und 1954. "Das sind Probleme, die uns heute noch bewegen", meinte er. Zwischendurch gab es Musik aus der Konserve. Als die Technik nicht auf Anhieb klappte, sangen die Teilnehmer kurz entschlossen selbst "Kommet, Ihr Hirten". In Adenauers Krippe waren sie natürlich längst da. Nur die Heiligen Drei Könige fehlen noch.

Krippenfeiern finden an diesem Samstag um 11.30 und 14.30 Uhr sowie am morgigen Sonntag, 6. Januar, um 14.30 Uhr, statt. Anmeldungen unter der Rufnummer 02224/921234. Die Krippe kann bei den Wohnhausführungen bis zum 13. Januar, dienstags bis sonntags, 10 bis 16 Uhr besichtigt werden.

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