Offene Ateliers: Ilse Wegmann und Michael Royen sind Künstler und Ausstellungsmacher aus Überzeugung | GA-Bonn

Offene Ateliers

Ilse Wegmann und Michael Royen sind Künstler und Ausstellungsmacher aus Überzeugung

SIEBENGEBIRGE.  Die beiden verbindet eine Leidenschaft: die Kunst. Ilse Wegmann und Michael Royen sind Künstler. Aber sie tun noch mehr. Sie öffnen ihre Ateliers und Räume in Bad Honnef und Vettelschoß für andere Künstler, die dort ihre Werke zeigen können. Nicht um Geld zu verdienen, sondern aus Leidenschaft.
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Zwei, die sich verstehen: Ilse Wegmann und Michael Royen.
												Foto: Frank Homann

Zwei, die sich verstehen: Ilse Wegmann und Michael Royen. Foto: Frank Homann

Während Wegmann vor allem jungen Nachwuchskünstlern eine Chance gibt, gelingt es Royen, anerkannte Künstler in die Alte Schule in Vettelschoß zu locken. Getrieben werden beide von dem Gedanken, die Menschen für Kunst zu begeistern. Während Royen jetzt "Winterpause" macht, bietet Wegmann 15 eingeladenen Künstlern Platz und lädt zum "Last minute"-Event unter dem Motto "Kunst als Geschenk".

Als Michael Royen, Meisterschüler von Gerhard Richter, 2008 sein Atelier Am Willscheider Weg 4 eröffnete, wurde das Projekt des Kölner Künstlers durchaus noch ein wenig argwöhnisch beäugt. Doch auch die Zweifler erkannten schnell, welche Bereicherung Royen für den Höhenort ist, der dort nicht nur arbeitet und Ausstellungen zeigt, sondern auch Kurse anbietet. Künstler wie der Grafiker und Maler Peter Zepp, der Bildhauer und Maler Günter Thorn oder der Fotograf Thomas Ruff waren in Vettelschoß ebenso zu sehen wie der Bildhauer Thomas Schütte. Und auch Ilse Wegmann ist dort schon vertreten gewesen.

Sie hat ihre Heimstatt in der Alten Schreinerei in Bad Honnef gefunden. Das Gebäude, die Atmosphäre, die alten Werkzeuge - all das macht den Charme ihres Ateliers aus. Und auch die Künstler finden dort einen ebenso ungewöhnlichen wie faszinierenden Ausstellungsraum, den sie durch ihre Werke auch selbst gestalten können. Denn Vorschriften machen die beiden "ihren" Künstlern nicht. "Wir sind keine Galeristen, die Geld verdienen wollen", sagt Royen. "Und daher muss nicht auch der letzte Winkel bestückt werden", fügt Wegmann hinzu. Vielmehr sollen sich die Künstler entfalten können und so zum Kunsterleben der Besucher beitragen. Damit das möglich ist, investieren die beiden viel Zeit und auch Geld in die Projekte. Aus Leidenschaft zur Kunst eben.

Die war es auch, die die mit der August-Macke-Medaille ausgezeichnete Wegmann das Projekt "Last Minute" in Angriff nehmen ließ. "Jedes Jahr sind ab September ununterbrochen Ausstellungen, offene Ateliers, Basare und so weiter, so dass einem der Atem ausgeht. Das brachte mich auf die Idee, einen so späten Termin zu wählen und ganz bewusst Kunst als Geschenk anzubieten." Das Projekt war auch deshalb erfolgreich, weil es Wegmann gelang, trotz der günstigen Preise ausgesprochen gute Qualität anzubieten, "und weil die Künstler bereit waren, sich mindestens einen Öffnungstag dem Publikum leibhaftig zur Verfügung zu stellen".

Nachdem die Witterungsverhältnisse im Jahr 2009 so katastrophal waren, und die Teilnehmer von "Last minute IV" teilweise in Eis und Schnee steckenblieben, zog Wegmann schweren Herzens die Konsequenz, und stoppte das Projekt. Am kommenden Wochenende soll "Last minute" wiederbelebt werden, aber in diesem Fall nur mit Teilnehmern aus der Region und begrenzt auf nur einen Tag.

 

"Last minute V": Kunst als Geschenk

"Last minute I - IV" in der Kulturwerkstatt "Alte Schreinerei" und im Atelier Wegmann fand von 2006 bis 2009 jeweils am letzten Wochenende vor Weihnachten statt. Etwa 15 eingeladene Künstler und Künstlerinnen kamen aus der Region, mehr noch aus Düsseldorf, Köln und aus dem Bergischen Land zusammen, um ganz kurz vor Weihnachten Werke aller Sparten bis zu maximal 200 Euro anzubieten.

Dieses Jahr gibt es "Last minute V" am Samstag, 15. Dezember. Geöffnet ist die Kulturwerkstatt "Alte Schreinerei", Austraße 4, im Hinterhof in Bad Honnef an diesem Tag von 13 bis 19 Uhr, die Künstler sind anwesend. Angeboten werden Zeichnungen, Grafiken, Fotos, Objekte und Multiples zwischen 20 und 199 Euro von Isabel Dreesbach, Irene Eigenbrodt, Ingrid Grießer, Sabine Herting, Herbert Höcky, Angelina Konrad, Franca Perschen, Andreas Rein, Helmut Reinelt, Michael Royen, Ilse Wegmann und Dieter Wessinger.

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