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Angeblicher Angriff auf Rehe
Hundetrainer muss kein Bußgeld zahlen
jeo
BAD HONNEF/BONN. Das wollte und konnte ein Hundetrainer aus Bad Honnef nicht hinnehmen: Neben einem Bußgeldbescheid des Rhein-Sieg-Kreises wegen eines Verstoßes gegen das Landesjagdgesetz über 100 Euro war ihm eine Aufforderung der Stadt ins Haus geflattert, dass er seinen jungen Münsterländer "Bonnie" vorstellen soll, damit eine Wesensprüfung erfolgen kann.
Weil sein junger Hund angeblich einem Reh nachgestellt hatte, stand jetzt ein 56-jähriger Hundehalter vor Gericht. Foto: dpa
Der Grund: Im Juni dieses Jahres hatte der ein halbes Jahr alte Hund angeblich bei einem Spaziergang einem Reh und dessen Kitzen nachgestellt. Dies hatte eine 58-jährige Zeugin behauptet. In einem Brief an die Stadt hatte sie geschrieben, der Hund habe die Rehe in dem hohen Gras aufgeschreckt und verfolgt. Seit diesem Tag habe sie die Rehe nie wieder gesehen.
Gegen diese Vorwürfe und den Bußgeldbescheid setzte sich der 56-jährige Betreiber einer Hundeschule, der früher Polizeihundeausbilder war und vielfach Hunde sowohl im Auftrag des Kreises als auch für die Stadt Bonn begutachtet hat, erfolgreich zur Wehr: In der Verhandlung vor dem Bonner Amtsgericht musste die Zeugin zugeben, dass sie aus Angst, dass der Münsterländer den Rehen etwas antun könne, laut geschrien habe. Was in dem hohen Gras genau passiert sei, habe sie nicht exakt erkennen können. Sie habe allerdings das Schlimmste vermutet.
"Bonnies" Herrchen hatte angegeben, dass sich der junge Münsterländer durch die Schreie der Frau selbst erschrocken und einen Satz nach vorne gemacht habe. Zu keinem Zeitpunkt sei der junge Hund hinter den Rehen hergelaufen. Laut seinem Anwalt Christoph Arnold waren weder Blutspuren noch verletzte Tiere gefunden worden.
Die Richterin stellte das Ordnungswidrigkeitsverfahren schließlich ohne Auflagen ein. Auch die Stadt Bad Honnef hat die Forderung nach einer Wesensprüfung fallen lassen.
Artikel vom 28.12.2012
Rhein-Sieg-Kreis
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