Aktion des Bürgerblocks

Dampf machen gegen Graffiti

BAD HONNEF.  Der Bürgerblock Bad Honnef hat eine neue Aktion gegen Graffiti ins Leben gerufen. Das Wichtigste: Die llegalen Schmierereien sollen möglichst schnell entfernt werden.

Im angrenzenden Eiscafé Belluno kam die Aktion schon mal prima an: Als sich Albert Schlüter an der Außenwand des gegenüber liegenden Hauses von Optik Geerling zu schaffen machte und den wilden Schmierereien dort mit allen ihm verfügbaren Mitteln erfolgreich zu Leibe rückte, gab es aus dem Belluno einen Kaffee zur Stärkung für den Reinigungs-Fachmann sowie Bürgerblock-Vorsitzenden Christoph Kramer und Ralf Schaaf.

Die Reinigung bildete den Auftakt einer Aktion gegen Graffiti, die, so hoffen die Initiatoren, nicht nur in der Innenstadt viele Nachahmer finden soll. Angestoßen worden war die Sache nach der Aktion "Bad Honnef blitzblank", die die Wählergemeinschaft Bürgerblock zum Jubiläum "150 Jahre Stadtrechte Bad Honnef" ins Leben gerufen hatte. Bei den regelmäßigen Rundgängen samt Müll-Sammelaktionen, so Kramer am Dienstagvormittag beim Auftakt der neuen Aktion, fielen besonders die Schmierereien an Hauswänden und Fassaden ins Auge.

Was also ist zu tun? Kramer und Schaaf suchten und fanden einen Experten in Albert Schlüter von der Firma Graffiti-ex.com Bonn sowie erste Partner in Hausbesitzern, die sich spontan zur Beteiligung bereit erklärten und ihre Fassaden sozusagen auch als Anschauungsobjekte reinigen ließen.

Das Rezept, so Kramer: Graffiti-Tags sollten möglichst umgehend entfernt werden. Dazu auch Schaaf: "Wir haben uns die Erfahrungen anderer Städte angesehen. Das Wichtigste ist, dass Schmierereien möglichst schnell entfernt werden. Die Täter freuen sich einfach daran, mit ihren persönlichen Zeichen möglichst lange öffentlich präsent zu sein. Wenn Graffiti schnell verschwinden, wird die Sache weniger attraktiv." In vielen Städten gebe es bereits Initiativen gegen illegale Graffiti im öffentlichen Raum.

Jedoch: Das Entfernen sei für viele Hausbesitzer zu kompliziert und zu teuer. Kramer und Schaaf haben daher Hausbesitzer in der Innenstadt angesprochen und nun als eine Art Sammelbestellung die Graffiti-Entfernung mit dem Anbieter abgestimmt und organisiert. Das komme die Hausbesitzer finanziell günstiger, so auch Schlüter. "Wir wollen das zu einer Dauereinrichtung machen", so Schaaf. Betroffene Hausbesitzer sollten sich melden.

Nur Wegmachen reiche natürlich nicht, weitere Maßnahmen müssten an den Schulen ansetzen, die ganz offensichtlich besonders betroffen seien. Dazu gebe es bereits Gespräche mit der Stadt. Generell gelte: Kramer und Schaaf hoffen, dass ihre Initialzündung in festen Strukturen mündet, damit den Sprayern der Spaß vergeht.

Der Aufschlag ist schon mal gelungen: Nach entsprechender Vorbehandlung mit speziellen Chemikalien wurden am Dienstag insgesamt drei Wände mit einem Dampfstrahler behandelt.

Wer sich für die Aktion interessiert, meldet sich bei Ralf Schaaf unter Telefon 02224/940011.

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