Private Gesamtschule: Bewegung in Bad Honnefer Schulfrage | GA-Bonn

Private Gesamtschule

Bewegung in Bad Honnefer Schulfrage

SIEBENGEBIRGE.  Die Pläne für eine private Gesamtschule in Bad Honnef sind doch noch nicht vom Tisch. In einer öffentlichen Sondersitzung des Schulausschusses am Montag, 28. Januar, 18 Uhr, werden die Initiatoren Siegfried und Gaby Loewenguth ihr Konzept vorstellen.
Die Konrad-Adenauer-Schule, hier eine Aufnahme eines Tanzprojektes, ist möglicher Standort der privaten Gesamtschule.  Archivbild: Frank Homann
Die Konrad-Adenauer-Schule, hier eine Aufnahme eines Tanzprojektes, ist möglicher Standort der privaten Gesamtschule. Archivbild: Frank Homann

Einer Beschulungsvereinbarung zwischen Bad Honnef und Königswinter, über die der Königswinterer Fachausschuss am Mittwoch, 23. Januar, zu befinden hat, erteilten Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden und Schulausschussvorsitzende Petra Kansy gestern einhellig eine Absage: Eine solche helfe den Honnefer Eltern nicht. Zwar würden deren Kinder bei der Erstanmeldung für die Oberpleiser Gesamtschule mitgezählt, eine spätere Platzgarantie für alle Honnefer Kinder erwachse aus der Vereinbarung nicht.

Wie berichtet, war ein erster Termin für die Vorstellung des privaten Gesamtschulangebotes im Dezember geplatzt. Die Absage war eine Reaktion auf die Entscheidung des Königswinterer Stadtrats, eine städtische Gesamtschule im Schulzentrum Oberpleis zum Schuljahr 2013/2014 einzurichten. Die Absage ärgerte auch Feiden, die krankheitsbedingt die Amtsgeschäfte nicht selber hatte führen können.

Und: Nachdem der Termin gestrichen worden war, hatten die Loewenguths ihre Offerte zurückgezogen. Begründung: Ihr Angebot gelte nur für das Schuljahr 2013/2014. Noch im Dezember nahm Feiden erneut Kontakt zu den Loewenguths auf. Die Räder standen derweil nicht still: Mittlerweile ist auch das Moderationsverfahren mit Königswinter bei der Bezirksregierung, von dem sich die Honnefer Politik noch Bewegung pro Filialschule versprochen hatte, gescheitert.

Jetzt wollen die beiden Königswinterer möglicherweise doch einen Rückzieher vom Rückzieher machen. "Wenn Bad Honnef das wirklich will, würden wir einen Antrag bei der Bezirksregierung stellen - in der Hoffnung, dass es eine Ausnahmeregelung gibt", sagte Siegfried Loewenguth gestern.

"Wir haben die Einladung von Frau Feiden nur unter der Voraussetzung akzeptiert, dass die Tür noch offen ist." Unverändert wollen er und seine Frau allerdings nur an den Plänen festhalten, wenn die private Gesamtschule zum kommenden Schuljahr eingerichtet wird. Ein ambitionierter Zeitplan, den Feiden und Kansy gestern gleichermaßen für wenig aussichtsreich erklärten, da die Frist zur Genehmigung bei der Bezirksregierung Mitte Januar verstrichen sei, so Feiden.

"Natürlich wäre eine Lösung zum kommenden Schuljahr perfekt", so Kansy; vorbehaltliche Beschlüsse etwa zur Finanzierung hält sie durchaus für möglich. Was das Geld angeht, sieht Feiden auch nicht schwarz. Zwar befinde sich Honnef im genehmigten Haushaltssicherungskonzept; aber eine private Lösung komme die Stadt günstiger als eine städtische. Mit Blick auf den Wunsch der Königswinterer Opposition, eine Beschulungsvereinbarung zu fassen, sagte Feiden: "Das ist mir zu wenig." Ähnlich sieht es Kansy: "Dazu gibt es eigentlich keine Veranlassung. Wir müssen etwas für unseren Schulstandort erreichen." Gleichwohl seien die Türen auch nach Königswinter offen.

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