Erlebnisweg Sieg: 24 Kilometer rund um die Wahnbachtalsperre | GA-Bonn

Erlebnisweg Sieg

24 Kilometer rund um die Wahnbachtalsperre

RHEIN-SIEG-KREIS.  Der neue Erlebnisweg Sieg führt auf knapp 24 Kilometern rund um die Wahnbachtalsperre. Im Rahmen des Projektes Natursteig Sieg bot sich laut Landrat Kühn die Gelegenheit, diese Idee ins Gesamtkonzept für die Wanderregion Sieg einzubetten.

Die vom Regen aufgeweichte Erde matscht unter den dicken Sohlen. Über einen Trampelpfad geht es mitten in den Wald, einen kleinen Abhang hinunter und schließlich über eine wacklig wirkende Brücke, die Jäger aus Eschenholz gebaut haben. Keine Sorge: Die Brücke hält. Aber es geht tatsächlich sprichwörtlich über Stock und Stein auf dem neuen Erlebnisweg Sieg rund um die Wahnbachtalsperre.

Das passt: Auch bis die 23,3 Kilometer lange Wanderstrecke eröffnet werden konnte, war es "ein steiniger Weg", wie Felix Knopp vom Projekt Natursteig Sieg betont.

Er führt eine rund 25-köpfige Wandergruppe an - darunter Landrat Frithjof Kühn, Kreiswirtschaftsförderer Hermann Tengler, Wahnbachtalsperrenverbands-Chef Norbert Eckschlag sowie der Siegburger Vizebürgermeister Martin Rosorius, allesamt mit festem Schuhwerk an den Füßen.

Das brauchen sie auch, denn das "Auf und Ab durchs Wahnbachtal" fordert den Teilnehmern durchaus einiges ab. "Die knapp 24 Kilometer fühlen sich garantiert an wie 30, versprochen", sagt Felix Knopp.

Doch seine kleine Wandergruppe muss am Donnerstag nur ein kleines Teilstück von rund 3,5 Kilometern bewältigen. Auf historischen Pfaden geht es durch den Wald, immer an der Talsperre entlang Richtung Siegburg-Schneffelrath.

Dass diese Wege in der Wasserschutzzone 1 nun tatsächlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten, hätte Siegfried Pfeffer "vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten". Damals war Pfeffer Wegewart des Sauerländischen Gebirgsvereins - und wurde von Landrat Frithjof Kühn gebeten, eine Strecke rund um die Talsperre zu entwickeln.

Im Rahmen des Projektes Natursteig Sieg bot sich laut Kühn die Gelegenheit, diese Idee ins Gesamtkonzept für die Wanderregion Sieg einzubetten. In Abstimmung mit dem Wahnbachtalsperrenverband, dem Landschaftsbeirat, der Wasserbehörde und den beteiligten Kommunen Siegburg und Neunkirchen-Seelscheid wurde die Strecke konzipiert.

Herausgekommen ist der "längste Erlebnisweg Sieg". Sportbegeisterte kommen auf den schmalen Pfaden bei 800 bis 1000 Höhenmetern voll auf ihre Kosten. Doch auch für den gemütlichen Spaziergänger ist auf dem Rundweg etwas dabei.

Das Wichtigste bleibt aber: das Wasser. Durch die Bäume hindurch sieht der Wanderer es schimmern, entfernt sich, nähert sich wieder - bis er endlich einen kleinen Abhang hinunter und auf eine Lichtung tritt, von der er aus nächster Nähe über die 5,8 Kilometer lange Talsperre blickt.

Selbstverständlich ist das nicht: Erstmals besteht hier die Möglichkeit, rund um ein Trinkwasserreservoir zu wandern. Damit das "Wasser mit Premiumqualität" auch so hochwertig bleibt, setzt Norbert Eckschlag, Geschäftsführer des Wahnbachtalsperrenverbands, auch auf die Wanderer: "Viele sammeln Müll auf, den andere zurückgelassen haben, dafür sind wir sehr dankbar", sagte er gestern.

Auch die Jäger haben übrigens gegen den neuen Wanderweg nichts einzuwenden. Zum Abschluss der Eröffnungstour gab es auf dem Bauernhof von Heinz Heister in Schneffelrath einen besonderen Imbiss: "Was wir hier essen, ist das, was an dieser Strecke geschossen wurde", sagte Felix Knopp und scherzte: "Von Wanderern abgesehen."

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