Hunnen in Unkel

Horde schlug zwei Tage lang ihr Lager im Fritz-Henkel-Park auf

UNKEL.  Der kleinste Hunne stahl selbst den wildesten Kriegern die Schau. Und sogar Könige und Fürsten kamen nicht gegen den kleinen Leon an. Als am Wochenende die Unkeler Hunnenhorde im Fritz-Henkel-Park ihr Lager aufschlug, da war das Küken der Liebling aller Festteilnehmer. Vor einem Jahr kam König Attilas Enkelsohn ausgerechnet während des großen Hunnenlagers zur Welt.
Ein Hunnenlager mitten in Unkel: Friese Sir W. mit Petra Sommershof und Attila. Foto: Frank Homann

Diesmal nun wurde der Wonneproppen getauft. In einer feierlichen Zeremonie mit Schamanin, Mönchen und Göttern erhielt der kleine Kerl mit den dunklen Kulleraugen seinen hunnischen Namen Mundus.

Bei all dem Wirbel um ihn herum, verzog der süße Fratz nicht einmal sein Gesicht zum Weinen. Vielmehr machte er sich lautstark bemerkbar. "Was hat der für einen Hunnen-Schrei!", meinten einige aus der Festgesellschaft lachend. Während dieser Prozedur umringten die Lagerteilnehmer die Tafel des Königs, vor der sich die Taufe und Mundus? Aufnahme in den Unkeler Hunnenstamm abspielten.

Leons Mama Marissa Vollmer, oder hunnisch: Yanara-Cam, hatte ihr Söhnchen dabei auf dem Schoß. König Attila, Harry Vollmer, und seine Königin Greka, im echten Leben Silvia Vollmer, hatten vor Rührung Tränen in den Augen. Und auch den anderen harten Burschen in ihrer Leder- und Fellkleidung ging die Szenerie ans Herz. Keinen hielt es vor dem eigenen Zelt. Alle waren auf dem großen Platz versammelt, wo dann im Laufe des Nachmittags noch Tanzgruppen verschiedener befreundeter Karnevalsgesellschaften auftraten.

Schließlich sind die Hunnen ja selbst eine KG, die sich aber mit der Historie der Hunnen intensiv befassen. So fehlte dann auch nicht der ausgestopfte Adler vor mancher Jurte, in der Felle für Gemütlichkeit sorgten.

Insgesamt rund 40 Gruppen lagerten im Park. Neben den Hunnenhorden waren auch Indianer, Südstaatler und Mongolen gekommen. Zur Eröffnung des Lagers hatte Yanara-Cam, die Schamanin der Unkeler Horde, das heilige Feuer entzündet, das natürlich immer noch brannte, als das Kind getauft wurde.

Die Schamanin der 1. Kölner Hunnenhorde, Rabindra, mit echtem Namen Andrea Eyring, rieb dem Kleinen Balsam auf die Stirn. Schamanin Amalany, Jeanette Böse, hüllte Mutter und Kind mit Weihrauch ein. Es gab einen Krafttrunk.

Und der kleine Mundus konnte gar nicht genug bekommen. Im Becher war nämlich Milch. Willi Werner und Frank Dünnwald von der 1. Kölner Mongolenhorde führten als Mönche die Segnung des Täuflings durch. Die mongolischen Originalmasken vom Kriegsgott Janzeram und von der Wegbereiterin Sendume wurden von Angela Dünnwald und Walter Pfeifer getragen. Und auch diese martialisch anmutenden Masken brachten Mundus nicht aus der Fassung.

"Sorgt dafür, dass er ein guter Krieger wird!": So hatte es die Schamanin Attila und den Paten mit auf den Weg gegeben. Das richtige Nervenkostüm hat der kleine Mann schon jetzt. Gestern stand dann die Hunnen-Jugend im Mittelpunkt. Und König Ellac leitete die Tafel.

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