Unkeler Fußballer zerstritten: FC 80 lässt Ataspor nicht in die Umkleideräume | GA-Bonn

Unkeler Fußballer zerstritten

FC 80 lässt Ataspor nicht in die Umkleideräume

UNKEL.  Unkels Stadtbürgermeister Gerhard Hausen steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er soll Frieden stiften zwischen den seit Jahren zerstrittenen Fußballvereinen FC Unkel 80 und SV Ataspor, was selbst einem Deeskalationsbeauftragten des Fußballkreisverbandes vor etwa einem Jahr nicht gelungen war.

Höhepunkt des Streites: Seit Anfang Juni verweigert der Vorsitzende des FC Unkel, Dieter Wallek, den Ataspor-Spielern den Zutritt zu Umkleide- und Duschräumen im Sportlerheim am Fußballplatz.

"Es ist einfach menschenunwürdig, dass sich die Spieler unter freiem Himmel oder in einer 600 Meter entfernten Halle umziehen müssen", monierte Werner Zimmermann junior. Als Sprecher war er während der jüngsten Sitzung des Unkeler Stadtrates mit der kompletten Ataspor-Mannschaft in den Sitzungssaal eingezogen, um auf diesen Missstand aufmerksam zu machen. Der Sachverhalt sei Hausen seit Monaten bekannt. Wallek habe erst in Absprache mit Hausen die "Aussperrung" vorgenommen, so Zimmermann.

Grund für die Aussperrung: Ataspor habe nach viermaliger Aufforderung fällige Unterhaltskosten für 2011 in Höhe von 266,89 Euro nicht an den FC gezahlt, so Zimmermann. Der FC Unkel kümmert sich seit 2005 um den öffentlichen Sportplatz, muss aber auch anderen Vereinen die Möglichkeit geben, ihn zu nutzen - so sie denn die anteiligen Unterhaltskosten bezahlen.

250 Euro habe Ataspor inzwischen zumindest gezahlt, ohne allerdings irgendwelche Belege über Nebenkosten gesehen zu haben. Trotzdem blieb es bei der Aussperrung, die Wallek als endgültig bezeichnet hatte.

"Hier verweigert ein Unkeler Verein einem anderen die Nutzung öffentlichen Eigentums ohne sachliche Rechtfertigung", kritisierte Zimmermann vehement. Die noch ausstehende Restsumme von 16,89 Euro belege, dass hier nur ein Anlass gefunden worden sei, um die Ataspor-Spieler auszusperren. Die hatten sich schon vor Monaten darüber beklagt, dass sich Wallek strikt weigere, mit ihnen zu sprechen.

Den wiederum hatte nicht nur die Verzögerung bei der Zahlung der Nebenkosten verärgert. "Nachdem ich mehrfach auf die mangelnde Sorgfalt bei der Benutzung der Räume hingewiesen hatte, bin ich beleidigt worden. Als dann auch noch Spieler auf dem Platz als Nazis bezeichnet worden sind, habe ich den Kontakt zu den Ataspor-Spielern abgebrochen", sagte Thomas Wallek.

Nun aber sei er bereit, in einem von Bürgermeister Hausen geführten Gespräch eine Lösung zu finden. Voraussetzung neben der Begleichung der ausstehenden Summe ist für ihn eine vertragliche Vereinbarung über monatliche Vorauszahlungen der Nebenkosten sowie über ganz konkret formulierte Nutzungsbedingungen der Dusch- und Umkleideräume.

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