Laienschauspielverein Thalia Buchholz: Der Traum vom eigenen Theater | GA-Bonn

Laienschauspielverein Thalia Buchholz

Der Traum vom eigenen Theater

Der Laienschauspielverein Thalia Buchholz blickt auf 20 erfolgreiche Jahre zurück. Zwei neue Stücke haben Premiere.

Ernst ist das Leben, heiter die Kunst" lautet das Motto des Theatervereins Thalia Buchholz. Vor 20 Jahren ist der 1908 gegründete Verein nach längerem Dornröschenschlaf wieder ins Leben gerufen worden. Auch in diesem Jahr bringen die Laienschauspieler zwei Stücke auf die Bühne. Hier das Interview mit der Vorsitzenden Petra Braun.

Was erwartet die großen und kleinen Zuschauer diesmal?
Petra Braun: In diesem Jahr haben wir Erwachsenen uns für die Gaunerkomödie "Ein genial verrückter Coup" entschieden. Das Ganze spielt in einer Psychiatrie, in der sich Gauner eingeschlichen haben um ihren "Genial verrückten Coup" zu landen. Es ist sehr amüsant zu sehen, wie die Spieler die Gauner darstellen - mal verrückt und dann wieder ganz normal. Wir hatten schon eine Menge Spaß bei den Proben.

Mit unserer Kinder- und Jugendgruppe bringen wir das orientalische Märchen "Der kleine Muck" auf die Bühne. Unsere Regisseurin Sonja Mehrtens betont immer wieder, was es für eine Freude ist, die Entwicklung der kleinen Schauspieler zu erleben. Das Schwierige ist natürlich, dass die Kinder nicht nur ihre gelernten Texte runterrattern, sondern mit der Zeit verstehen, dass man diese auch spielen muss.

Wie viele Akteure sind mit dabei?
Braun: Bei den Erwachsenen werden zwölf Personen im Alter von 24 bis 63 Jahren auf der Bühne stehen. Beim "Kleinen Muck" spielen 23 Personen im Alter von acht bis 48 Jahren mit, wobei die Kinder in der Überzahl sind - das ist schon eine ganze Menge, die da "regiert" werden muss!

Wie steht es um die Suche nach einem neuen Probenraum?
Braun: Grundsätzlich einen Probenraum zu finden, ist kein Problem. Das, was wir gesucht haben, ist ein Raum, in welchem wir auch unsere Bühne aufbauen und Dingen stehen lassen können. Leider ist es aber so, dass Eigentümer für solch einen Raum zu hohe Mieten verlangen. Oder aber er war zu weit entfernt von Buchholz. Wir hatten zum Beispiel an ein geschlossenes, altes Gebäude in der Buchholzer Umgebung gedacht. Aber das scheint es nicht zu geben. Ganz aktuell kommt noch hinzu, dass uns unser Lagerraum gekündigt wurde und wir nun dringend einen solchen in der nahen Umgebung suchen. Vielleicht haben wir ja mal Glück und es gibt den großen Sponsor, so dass wir unseren Traum vom eigenen Theater wahr machen könnten.

Werden auch die Kulissen und Kostüme von den Vereinsmitgliedern selbst gefertigt?
Braun: Bei den Kostümen ist es immer so, dass die Erwachsenen sich zunächst einmal jeder selbst um ihre Kostüme kümmern. Die Regie gibt vor, wie sie sich die Figur vorstellt und dann guckt jeder einmal in seinem Fundus zu Hause oder bei Bekannten. Man glaubt gar nicht, was da so alles schlummert. Bei den Kleinen ist schon mehr Fantasie gefordert, da es sich ja oft um Märchenfiguren handelt. Hier gibt es eine Mutter, die schneidert.

Kann in Ihrem Verein jeder mitmachen?
Braun: Unser Verein zählt zur Zeit 95 Mitglieder. Es wäre schön, wenn wir bei den Erwachsenen ein paar junge Spieler und Spielerinnen dazugewinnen könnten. Wer immer schon einmal auf der Bühne stehen wollte, der kann gerne bei unseren Proben vorbeikommen und mal reinschnuppern. Man sollte Spaß haben, sich in andere Rollen zu finden, und auch die Herausforderung annehmen, etwas ganz anderes zu sein, als man im wirklichen Leben ist. Es ist gar nicht so einfach, seinen Charakter zu verstecken. Bei den Kindern ist der Zulauf im Moment sehr groß, so dass wir eine Warteliste führen. Der Wunsch, Theater zu spielen, sollte von den Kindern selber kommen. Es gibt ja auch die übereifrigen Eltern, die ihr Kind gerne einmal auf der Bühne sehen möchten. Wenn das Kind es aber nicht selbst will, dann hat es keinen Spaß daran, und das zeigt sich auch bei seiner Darstellung auf der Bühne. Die Kinder müssen sich auch bewusst sein, dass man Text lernen muss.

Aufführungen sind am Wochenende 26. bis 28. Oktober im Saal Höfer in Buchholz (Freitag und Samstag um 20 Uhr, Sonntag um 17 Uhr). Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten zum Preis von 9,50 Euro gibt es bei der Tankstelle Schmitz in Buchholz und in der Adler-Apotheke Asbach. Der "Kleine Muck" wird samstags um 14 Uhr und sonntags um 11 Uhr gezeigt. Karten für die Kindervorstellung kosten vier Euro (Tageskasse). Infos unter www.theaterverein-thalia.de.

Zur Person:
Petra Braun (46) ist seit 1998 Mitglied im Theaterverein Thalia und seit 2003 Vorsitzende. Schon als Schülerin hat sie an Sketchen mitgewirkt. Die Medizinische Fachangestellte, die in Asbach arbeitet, war auch schon im Karneval in der Bütt zu sehen. "Ich finde es einfach toll, in andere Rollen und Charaktere zu schlüpfen", sagt sie.

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