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Honeggers Weihnachtskantate
Über 130 Kölner und Bonner Schüler singen in der Philharmonie
Von Matthias Corvin
Köln. Toll gemacht, kann man da nur sagen. Über 130 Schülerinnen und Schüler aus der Region hatten sich in einem Projektchor auf Arthur Honeggers Weihnachtskantate "Une Cantate de Noël" vorbereitet.
Dirigent Thomas Neuhoff mit Riesenchor in der Philharmonie. Foto: Thomas Brill
Das in der Kölner Philharmonie präsentierte Ergebnis konnte sich hören lassen. Bereits der himmlische Ruf "Joie et Paix sur toi Israel!" gelang eindrucksvoll, später gefiel auch die Leichtigkeit der bekanten Weihnachtslieder, die in einem Quodlibet apart durcheinander gewirbelt werden.
Da staunten auch der Chor des Bach-Vereins und der Philharmonische Chor der Stadt Bonn nicht schlecht. Die Erwachsenen hatten ihr Meisterstück bereits in der ersten Konzerthälfte geliefert, der biblischen Kantate "Belshazzar's Feast" (1931) des Briten William Walton.
Dass Chorleiter Thomas Neuhoff dieses Werk als Kölner Erstaufführung präsentierte, erstaunt. Immerhin handelt es sich um ein Hauptwerk aus Waltons Feder. Die pastose Farbigkeit der Musik packt von der ersten Minute an. Das riesig besetzte Gürzenich-Orchester wurde von zwei zusätzlichen Blechbläsergruppen flankiert.
Auch das Schlagwerk entfaltete eine wahrhaft infernalisch-heidnische Musik. Sie schildert die feiernden Babylonier. Ihr König Belsazar nutzt bekanntlich den heiligen Tempelschatz der gefangenen Israeliten als schnöde Trinkschalen.
Ein Vergehen, das nicht ungesühnt bleibt. Eine Schrift von göttlicher Hand mahnt ihn: das Maß ist nun voll. Der König wird noch in selber Nacht ermordet. Das sündige Babylon fällt, der wahre Glauben siegt.
Neuhoff bewies: Walton gelang ein aufregendes und anspruchsvolles Chorstück, denn die Sängerinnen und Sänger erzählen und gestalten die Story fast im Alleingang.
Den beiden Chören gelang eine saftige Interpretation mit einem kernigen Gesangstil und klaren Akzenten. In den leiseren Passagen schnitten die Damen etwas besser ab als die Herren. Insgesamt fügte sich alles jedoch gut zusammen, zumal das Gürzenich-Orchester enormen Drive entwickelte und Waltons fast jazzige Synkopen zum Leben erweckte.
Bariton Klaus Mertens zeigte sich in beiden Kantaten des Abends als Solist verantwortlich und meisterte seine Parts mit souveräner Gelassenheit.
Großer Applaus für dieses außergewöhnliche "Kölner Chorkonzert".
Artikel vom 20.12.2012
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