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Museum sorgt für Transparenz
Neue Publikation legt Bestandsaufnahme der Skulpturen von Hans Arp vor
Von Gudrun von Schoenebeck
Zum handlichen Museumsführer eignet sich der über 400 Seiten-Wälzer nun wirklich nicht. Die jüngst erschienene Publikation "Hans Arp. Skulpturen - eine Bestandsaufnahme" ist eher für ein Fachpublikum gedacht, wird hier jedoch mit Sicherheit höchst aufmerksame Leser finden.
Mehr noch, an diesem Nachschlagewerk kommen Museumsleute, Galeristen und Sammler, die sich mit Hans Arp beschäftigen, zukünftig nicht vorbei. Das problematische Thema des Umgangs mit Gussrechten bei Bronzeskulpturen der klassischen Moderne ist bekannt und betrifft zahlreiche Bildhauer.
Im Falle von Hans Arp schlugen die Wellen besonders hoch, als der Arp-Verein, damals mit Sitz in Rolandseck, in den 1980er Jahren an einer deutlichen Vermehrung von Bronzegüssen beteiligt war. Fehlende Transparenz der Rechteinhaber wurde bemängelt und Fragen nach Original, Nachguss oder Fälschung heiß diskutiert.
Erst mit dem Symposium "Posthume Nachgüsse", 2008 initiiert von der Arbeitsgemeinschaft der Bildhauermuseen, begann eine kunsthistorische Aufarbeitung des heiklen Themas. Arie Hartog, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft und Direktor des Gerhard Marcks Hauses, wühlte sich durch das Archiv des Arp-Vereins.
Dem Ziel, für jede der 3600 existenten Skulpturen von Arp die Entstehungsbedingungen nachzuweisen, sei man nun entscheidend näher gekommen. Der "Prozess der Ermittlungen" ist allerdings noch längst nicht abgeschlossen. So könnte etwa die große Zahl der Arbeitsgipse, von Hartog auf rund 2500 geschätzt, weiteren Sprengstoff liefern. Denn heute stehen etliche dieser Gipse in den öffentlichen Sammlungen und nichts weist den Besucher darauf hin, dass sie von Hans Arp selbst nicht als eigenständige Kunstwerke betrachtet wurden.
Für das Arp Museum haben die Ermittlungen jedoch Erfreuliches ergeben. Direktor Oliver Kornhoff kann jetzt feststellen, "dass sich in der Landessammlung keine Nachgüsse, Nachbildungen und keine Fälschungen befinden". Um den Besucher ebenfalls auf das Thema einzustimmen, wurde die Beschilderung der ausgestellten Bronzen geändert.
Jetzt erfährt man neben Titel und Entwurfsjahr auch das Jahr der Ausführung, den Namen der Gießerei und die Auflagenhöhe. Kornhoff und Hartog sind sich einig: "Es wäre schön, wenn wir die Paranoia hinter uns lassen und wieder mehr über Arp als den tollen Bildhauer reden könnten."
Hans Arp. Skulpturen. Eine Bestandsaufnahme. Herausgegeben von Arie Hartog; Hatje Cantz Verlag, 424 S., 78 Euro
Artikel vom 18.12.2012
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