Haydn-Festival Brühl: Auf nach London | GA-Bonn

Haydn-Festival Brühl

Auf nach London

Brühl.  Mit dem achten Abend des Haydn-Festivals machten sich die Brühler Schlosskonzerte "Auf nach London!": Werke, die wie Haydns Londoner Sinfonie 103 für die englische Hauptstadt geschrieben oder dort mit großem Erfolg aufgeführt wurden, standen im Mittelpunkt.

Außerdem drei Frauengestalten, die mit Hilfe der bosnischen Sopranistin Ivana Lazar im Schloss Einzug halten: Als erstes Maria Himmelskönigin, die Lazar im "Salve Regina" G-Dur von Johann Adolf Hasse mit innigem Ausdruck anruft.

Die warme und doch hell timbrierte Sopranstimme verbindet sich mit der Streicherbegleitung durch "Le Parlement de Musique" unter der Leitung von Organist Martin Gester zu einem betörenden Schönklang. Auch die großen dramatischen Monologe von Händels "Armida abbandonata" und Haydns "Arianna a Naxos" sind bei Lazar in den besten Händen.

Ob strahlende Spitzentöne oder volltönendes tiefes Register, ob Trauer, Wut, Hass oder Liebe: Jeder Ton, jede Phrase zeugt von perfekter Technik und großem Gestaltungswillen.

Während das Instrument der Sopranistin in der sommerlich aufgeheizten Atmosphäre des Treppenhauses aufblüht, haben Geigen und Co. Stimmungsprobleme und müssen immer wieder neu justiert werden. Wenn sie dann aber loslegen, machen sie aus Haydns Es-Dur Sinfonie ein kammermusikalisches Feuerwerk.

Die 103. erklingt in Johann Peter Salomons Bearbeitung für zwei Violinen, Flöte, Viola, Cello und Klavier so schwungvoll und differenziert, dass die Hörer außer dem namengebenden "Paukenwirbel" zu Beginn nichts vermissen. Munter lässt Gester Klangfarben, Stimmungen und Tempi wechseln und gibt trotz kleiner Besetzung den unmissverständlichen Hinweis: Hier ist die Romantik schon ganz nah.

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