Windpark Asberg

Viele Fragen, wenige Antworten

Der geplante Windpark wirft viele Fragen auf. Doch ausstehende Gutachten lassen noch keine Antworten zu.

19.04.2013 Unkel. Die Windkraftplanung in Unkel wirft bei den Bürgern rund ums Siebengebirge Fragen auf. Viele und drängende Fragen. 50, um genau zu sein. Die kürzlich gegründete Bürgerinitiative, die sich jetzt den Namen "Pro Naturpark pur" gegeben hat, hat eben diese Fragen als Katalog an die Verbandsgemeinde Unkel geschickt.

Die Antworten von Bürgermeister Karsten Fehr, die auch dem GA vorliegen, spiegeln das derzeitige Dilemma wider: Auf die wichtigsten Fragen gibt es noch keine Antworten. Vor allem, weil die meisten Gutachten noch ausstehen.

Wie viele Windräder werden aufgestellt? Und vor allem wo, und in welchem Abstand zueinander? Fragen, die den Bürgern auf den Nägeln brennen, doch zum jetzigen Zeitpunkt allesamt noch nicht beantwortet werden können. Doch wer nun enttäuschte Fragesteller erwartet, irrt.

"Die Antworten zeigen doch: Es gibt Konfliktpotenziale", sagt Klaus Beydemüller, Sprecher der Bürgerinitiative. In der Tat steht eine Untersuchung aus, die klären soll, ob ein Windpark im Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Siebengebirge - der höchsten Naturschutz-Kategorie - überhaupt rechtens ist.

Wie lange es dauern wird, bis endgültige Gewissheit herrscht, zeigt etwa das ausstehende Fledermaus-Gutachten: Das Ergebnis wird erst im September erwartet. "Wir müssen die formalen Schritte einhalten", sagt Beydemüller verständnisvoll. Hinter den Kulissen rüstet sich die Bürgerinitiative trotzdem: Juristen und Ökologen prüfen derzeit in eigener Regie.

Insbesondere, ob das Vorgehen beim Pachtvertrag mit der Energieversorgung Mittelrhein (EVM) rechtlich einwandfrei ist. "Die Debatte ist deshalb so emotional hochgeschwappt, weil es keine Transparenz gab", sagt Beydemüller. Bis zur Vertragsunterzeichnung war der Widerstand gegen die geplanten Windräder so gut wie nicht existent.

Erst der Pachtvertrag löste eine Welle der Entrüstung aus. Wie es in der Antwort von Bürgermeister Fehr heißt, sei in diesem Vertrag wechselseitig vereinbart worden, "dass für den Fall, dass es einen Windpark gibt, die Kommunen die notwendigen gemeindlichen Flächen ausschließlich der EVM als Partner zur Verfügung stellen". Im Gegenzug habe die EVM eine entsprechende Vergütung pro Windenergieanlage zugesichert sowie die Verbandsgemeinde von den beachtlichen Planungskosten freigestellt. (Dennis Betzholz)