Gebrüder-Grimm-Schule in Rheinbreitbach

Unterrichtsstunde im Museum

Ganz schön schwer: Grundschüler schieben eine alte Schürreskarre durch den Hof des Heimatmuseums.

Rheinbreitbach. Wie viele Räder hat eine Schürreskarre, mit der Kleinbauern früher ihre Obst- und Gemüseernte nach Hause gebracht haben? Das war eine von 16 Fragen, die Viertklässler der Rheinbreitbacher Gebrüder-Grimm-Schule gestern bei ihrer Landwirtschaftsrallye auf dem Gelände des Heimatmuseums beantworten mussten.

Mit Klassenlehrerin Esther Stein und Archivar Thomas Napp, der in der Ganztagsschulbetreuung mitarbeitet und das museumspädagogische Programm des Heimatvereins dort umsetzt, waren sie zur Einrichtung an der Hauptstraße gepilgert, um dort das Dorfleben Ende des 19. Jahrhunderts kennenzulernen. Die Rallye sei nach den Erfahrungen in den Vorjahren entstanden, so Napp. Weil Vorträge zu ermüdend waren, wollte er den Kindern die Möglichkeit geben, "in Vierergrüppchen alles selbst zu erarbeiten", erklärte er.

Die Landwirtschaftsrallye rund um die Untere Burg zeigte aber auch, dass manche Fragen die Kinder ein wenig überforderten. "Wie sieht denn ein Pflug aus?", wollte Jan-Luca von Emilia Stuhlmacher wissen. Die 17-jährige Hagerhof-Schülerin leistet zurzeit ihr Sozialpraktikum an der Grundschule ab mit dem Schwerpunkt Heimatmuseum. Sie übernehme Digitalisierungsarbeiten für den Verein, so Napp. Und sie habe am Wochenende Flüchtlinge durch das Museum geführt, die sehr interessiert an der Geschichte des Ortes gewesen seien.

"Können Sie mir sagen, wie eine Egge aussieht?", fragte Paulina, nachdem sie mit ihren Mitschülerinnen Chiara, Linda und Amelie die im Bauerngarten angebauten Gemüsesorten erkannt und auf einer Liste angekreuzt hatte. Übersehen hatten die vier den Hinweis, dass die Egge, mit der früher große Erdklumpen nach dem Pflügen verkleinert wurden, hinter dem Fragenkatalog abgebildet war, ebenso wie eine Sense, eine Dängelbank und ein Dreschflegel.

"Wir konnten nicht alle Fragen beantworten, weil wir nicht wussten, was 'Notdurft' bedeutet", berichtete Brian beim Abschluss, zu dem sich die Schüler, ihre Lehrerin und Thomas Napp am großen Mühlstein im Museumshof versammelten. Auch der Begriff Jauche war den Kindern nicht bekannt, denn sie hatten dieses Düngemittel im Unterricht unter der Bezeichnung Gülle kennengelernt. "Wir nehmen ja die Fragebögen mit in die Klasse", tröstete Esther Stein. Dann könnten solche Fragen beantwortet werden.

Weitere Unterrichtstunden im Heimatmuseum sind geplant: So könnte beim nächsten Mal der Bergbau im Mittelpunkt stehen. Und der ist über die Märchenfiguren der Sieben Zwerge, bei denen es sich eigentlich um unter Tage arbeitende Kinder handelte, mit der Gebrüder-Grimm-Schule verbunden.