Eigentümer plant Sanierung

Unkeler Hof wechselt den Besitzer

Hat den Besitzer gewechselt: der „Unkeler Hof“. Das prägende Gebäude soll demnächst saniert werden.

Hat den Besitzer gewechselt: der „Unkeler Hof“. Das prägende Gebäude soll demnächst saniert werden.

Unkel. Der Unkeler Hof soll demnächst saniert werden. Erste Pläne wurden jetzt auch der Politik vorgestellt. Geplant sind mehrere Wohnungen. Die Löwenburg hingegen wird jetzt abgerissen.

Nur noch wenige Tage, dann geht es dem Hotel „Löwenburg“ an den Kragen. „Ende Februar rückt die Abrissfirma an. Spätestens zwei Wochen später wird sie ihre Arbeit beendet haben“, sagte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen auf Anfrage des General-Anzeigers. Zuvor hatte Hausen in nicht-öffentlicher Sitzung den Fachausschuss über diese Entwicklung informiert. Auch ein anderes Gebäude war dort Thema: der Unkeler Hof. Allerdings mit durchweg positivem Tenor: Das prägende Fachwerkhaus ist verkauft und soll in nächster Zeit aufwendig saniert werden, bestätigte Hausen dem GA.

Zunächst aber ging es um die „Löwenburg“, die von vielen Unkelern als Schandfleck empfunden wird. Mit der Entwicklungsagentur habe man Einigkeit erzielt, das nach dem Abriss freigeräumte Gelände mit Bauzäunen zu umgeben, so Hausen. Die Zäune sollten dann mit Kunstobjekten auf Planen verkleidet werden. So würde der wenig ansehnliche Durchblick vom Willy-Brandt-Platz bis zur Grabenstraße über ein – zunächst ja noch brach liegendes Baugrundstück hinweg verhindert.

Ganz andere Nachrichten gab es schließlich zu einem anderen Gebäude im Unkeler Zentrum, dem „Unkeler Hof“. Das markante Gebäude schräg gegenüber der Ecke von Willy Brandt-Platz und Frankfurter Straße soll aus seinem Dornröschen-Schlaf gerissen und so vor dem sonst drohenden Verfall gerettet werden. „Das ehemalige Weingut der Kölner Ursulinen aus dem Jahr 1732, das im 19. Jahrhundert zum Gasthaus umgebaut und bis Anfang des Jahrtausends noch entsprechend genutzt worden ist, hat einen neuen Besitzer“, berichtete Hausen. Und dieser wolle alles tun, um das stattliche, zweiflüglige Fachwerkhaus mit seinem hohen Giebeltrakt im Westen zu erhalten. Bereits vor Einreichen des Bauantrags habe er seine Vorstellungen Denkmalpfleger Reinhard Lahr sowie den Fraktionen vorgestellt.

Die Pläne sind unterdes schon konkreter geworden, wie jetzt auch der Unkeler Bauausschuss jüngst erfuhr. So sollen im ersten Obergeschoss insgesamt sieben Wohnungen entstehen. Erschlossen würden jeweils drei dieser Maisonette-Wohnungen zur Frankfurter Straße beziehungsweise zum Willy-Brandt-Platz hin über einen Laubengang im Innenhof. Die 90 Quadratmeter große Eckwohnung hingegen solle über den Eingang der ehemaligen Gastwirtschaft erschlossen werden.

Gedanken gemacht hat sich der neue Eigentümer laut Hausen auch schon über die Anforderungen des Brandschutzes der Wohnungen. Um diesen ebenfalls für die teils im Dachgeschoss gelegenen Schlafzimmer sowie den Wohnbereich der Eckwohnung zu gewährleisten, müssten Gauben in das Dach eingebaut werden, die hinsichtlich ihrer Ausmaße für einen Rettungsweg ausreichen. Im Erdgeschoss seien barrierefreie Wohneinheiten eingeplant, von denen zwei über den Innenhof zu erreichen seien, die dritte über die Tür neben der Toreinfahrt des ehemaligen Weingutes an der Frankfurter Straße.

„Ich persönlich wäre unheimlich froh, wenn der Plan umgesetzt werden könnte und auch an dieser Stelle unserer Altstadt wieder Leben in ein historisches Gebäude einziehen würde“, betonte Hausen. Das wäre ein deutliches Zeichen für die weitere positive Entwicklung der Stadt.