Alexander von Humboldt und die Unkelsteine

Unkeler Geschichtsverein berichtet über Naturforscher

Piet Bovy (rechts) und Autor Wolfgang Ruland präsentieren die neueste Ausgabe.

Piet Bovy (rechts) und Autor Wolfgang Ruland präsentieren die neueste Ausgabe.

UNKEL. Von den frühen Forschungsreisen des jungen Alexander von Humboldt an den Rhein 1789 und 1790 handelt der jüngste „Geschichtsbote“ des Unkeler Geschichtsvereins, den der Vorsitzende Piet Bovy und der Autor Wolfgang Ruland präsentierten.

„Wir stellen immer wieder berühmte Persönlichkeiten aus Unkel – wie etwa Ferdinand Freiligrath, Stefan Andres oder unser ehemaliges Ehrenmitglied, Leonard Reinirkens – in den Mittelpunkt unserer Mitteilungen“, so Bovy.

Während sein zwei Jahre älterer Bruder Wilhelm als Bildungs- und Kulturwissenschaftler bekannt sei, habe sich Alexander (1769-1859) mit seinen Amerika-Expeditionen 1799 bis 1804 einen Ruf als Naturforscher und -wissenschaftler erworben. Seine allererste Forschungsreise habe ihn aber noch als Student des Göttinger Professors Johann Friedrich Blumenbach zusammen mit seinem zwei Jahre älteren Kommilitonen Jan van Geuns aus Utrecht an den Rhein geführt.

„Alexander von Humboldts Reisenotizen aus dem Herbst 1789 sind leider verloren gegangen. Dafür ist das Reisetagebuch von van Geuns 2007 auf Deutsch veröffentlicht worden“, berichtete Ruland, der sich zwei Jahre lang mit dem Thema beschäftigt hat. Eben jene Ausführung dienten dem Autor jetzt als Grundlage, um die Reise der beiden von Neuwied bis nach Bonn zu beleuchten. Zuvor waren sie über Kassel zunächst bis Heidelberg und dann über Speyer bis nach Mainz gereist, wo sie den Naturforscher Georg Forster besuchten, mit dem Humboldt im Frühjahr 1890 zu seiner zweiten Rheinreise aufbrach. Dieser hatte Alexander aufgefordert, einen Bericht über den rheinischen Basalt zu schreiben.

Und schon in der „Vorrede“ erscheint die Kulturstadt am Rhein: „Der Unkeler Steinbruch gehört unstreitig zu den grössten mineralogischen Merkwürdigkeiten unseres deutschen Vaterlandes. Häufig angestaunt und bewundert, selten aufmerksam untersucht, kann er jedem Naturforscher noch reichen Stoff zu neuen Beobachtungen darreichen“, heißt es dort.

Wenig später bezeichnet er den Unkeler Steinbruch „ohnstreitig für den Mineralogen“ als eine der größten Seltenheiten des westlichen Deutschlands. Allerdings: „Er liegt nahe am Rheinstrom, Unkel gegenüber!“ gemeint sind also die Unkelsteine, die Humboldt schon in einem Brief an einen Studienfreund Ende Oktober 1789 neben dem „Binger Loch und dem Siebengebirge bei Bonn“ als eine der „Rheinischen Naturschönheiten“ bezeichnete. „Alexander von Humboldt war also wirklich zwei Mal in Unkel, während ich für seinen Aufenthalt in Bad Honnef keinen Beleg finden konnte“, so Ruland.

Vor allem den angeblichen Ausspruch „rheinisches Nizza“ verweist der Autor in einem abschließenden Kapitel in den Bereich der werbewirksamen Legenden. Zuvor widmet er sich der Geschichte der Unkelsteine, Forschern, die sich vor Humboldt damit befasst haben, sowie dem Streit über deren Entstehung.

Der 26. Geschichtsbote „Alexander von Humboldt – seine frühen Forschungsreisen an den Rhein und zu den Unkelsteinen in den Jahren 1789 und 1790“ umfasst 36 Seiten und kann für fünf Euro im Geschäft Florian-Schädlich, Frankfurter Straße 25, sowie im Buchhandel erworben werden.