"Freunde des Erpeler Weinfestes"

Trödelfreunde strömen zum Erpeler Herbstmarkt

Idyllische Gassen: Der Flohmarkt war Magnet in Erpel.

Idyllische Gassen: Der Flohmarkt war Magnet in Erpel.

ERPEL. Bereits seit zehn Jahren lädt der Brauchtumsverein "Freunde des Erpeler Weinfestes" zu einem Herbstmarkt in die Alte und Freie Herrlichkeit am Fuße der Erpeler Ley ein. Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit - und die Resonanz aus dem Umland war wiederum groß.

"Unser Herbstmarkt, der an die Tradition der Märkte anknüpft, die im Mittelalter hier abgehalten wurden, ist genauso beliebt wie seine Variante im Juli", erklärte Heino Schmitz, der die Veranstaltung traditionell am ersten Oktobersonntag für den Brauchtumsverein organisiert hatte.

Entsprechend rar waren schon zu früher Stunde die Parkplätze, obwohl die nicht gerade kleine Rittershaus-Wiese am Nordeingang von Erpel zum Abstellen der Autos freigegeben worden war. Selbst die Grünstreifen der B 42 in Fahrtrichtung Unkel-Heister waren komplett zugeparkt.

Vom Markt im Ortskern über die Kölnstraße Richtung Neutor und die ganze Rheinallee hinunter waren Stände aufgebaut, an denen Mode, Antiquitäten, Kitsch und Trödel feilgeboten wurden.

Aber auch in vielen Bücherregalen dürfte wieder Platz für Neuerscheinungen sein - so groß, aber auch breitgestreut war die Palette an Literatur. Auch die kleinen Trödelhändler hatten nicht nachstehen wollen. Barbie und Baby Born, Play-Mobil- und Legofiguren sowie Legolandschaften, Kinderbücher, Puzzles und Spiele hatten sie aussortiert, um sie zu versilbern.

"Mit dem Besuch können wir angesichts des nicht gerade einladenden Wetters mehr als zufrieden sein", freute sich der Vorsitzende des Vereins, Werner Henneker. Zusammen mit Weinkönigin Sarah I. (Kirschbaum), den Weinprinzessinnen Michelle (Welsch) und Saskia (Sieberz) sowie dem Erpeler Bacchus Andreas Schwager war er nach dem Dattenberger Erntedank- und Winzerfest über den Herbstmarkt geschlendert. Dank des Engagements von Heino Schmitz verfüge der Verein neben den Sponsorengeldern, den Weinstandgebühren und dem Verkauf der Weinfest-Buttons über ein viertes Standbein für die Finanzierung des doch ziemlich recht aufwendigen Blütenkorsos, lobte Henneker den Marktorganisator.

Zur Finanzierung des Blumenkorsos beim Weinfest organisiert der Brauchtumsverein "Freunde des Erpeler Weinfestes" am ersten Sonntag im Juli den Osanna-Markt sowie am ersten Sonntag im Oktober den Herbstmarkt. Der Erlös dieser beiden Märkte ist eine der Säulen des Erpeler Weinfestes.

Mit dem Herbstmarkt wird an die Erpeler Tradition des Andreas-Marktes erinnert. Er wurde seit 1420 vom dritten Tag vor Lbis zum dritten Tag nach dem Sonntag vor dem Andreastag (30. November) veranstaltet. "Osanna" ist der Name der größten der vier Kirchenglocken von Erpel. Heinrich von Gerresheim hatte sie 1388 als größte der vier Kirchenglocken von Erpel gegossen.

Nach dieser Glocke sind der Sommer- wie der Herbstmarkt des Ortes benannt.